Trump nun Präsident

Wenn Trump in seinen Reden immer wieder die Phrase „America first“ äußert, spricht er, da bin ich ganz sicher, stets im Sinne von Ludwig XIV, der einst gesagt haben soll, „der Staat, das bin ich“. Passt ja auch gut zur Gesellschaftschicht, der er entstammt, die ihn aber im Gegensatz zu der Schicht, von der er nimmt, eigentlich nicht gewählt hat.

Wie ich heute gelernt aber auch gelernt habe, ist das Wort „Gott“ bei den ‚Muricanern ein Satzzeichen. Ein omnipräsentes. Es ersetzt den Punkt, das Komma, das Semikolon (bei Traditionalisten) und – vor allem – den Gedankenstrich.

Zur Amtszeit muss ich allerdings vermuten: Es werden keine vier Jahre. So oder so. Da bin ich sicher.

Nazipartei darf weitermachen

Bundesverfassungsgericht entscheidet über Verbotsantrag

17. Januar 2017. Zum einen finde ich es natürlich ganz wunderschön, dass Karlsruhe den Kackvögeln von der NPD deswegen nicht ihre Parteiarbeit verbietet, weil sie mit ihren bundesweit knapp 6000 Mitgliedern gesellschaftlich gesehen einfach zu unbedeutende kleine Scheißerchen sind. Und ihre demokratisch gewählte Legitimation sich kaum messbar im Promillebereich (sic!) bewege.

Schon witzig.

Das muss schmerzen, wo sie sich doch immer so laut und wichtig aufblasen, die Herren kackebraunen Nazihosen.

Zum anderen haben die bekanntlich zu nationalfeuchtem Einnässen Neigenden aber leider punktuell sogar sehr großen Einfluss. Immerhin zündeln sie in vielen ländlichen und östlichen Gegenden fröhlich und ungestört vor sich hin.

Und was ist, wenn sie nächstes Jahr mit der Schwesterpartei A(dol)fD koalieren und in den Bundestag einziehen dürfen?

Ich hätte es tatsächlich lieber gesehen, wenn man diesen bösartigen Verein der Unbelehrbaren endgültig dicht gemacht hätte. Dann könnten sie noch eine Weile herumgreinen und sich als „Märtyrer“ gerieren. Bei Bier und Schnaps im Dorfkrug oder in der schäbigen Gardinenkneipe an der Ecke drollige Verschwörungstheorien ausbrüten und sich gegenseitig von vergangenen großdeutschen Verbrechertagen vorschwärmen.

10 Jahre Smartphone

Alltagsbeobachtungen. 2007-2017: 10 Jahre Smartphone. Eine Dekade, die geprägt ist vom rhythmisch an- und abschwellenden Klagechor der technikfremdelnden Dagegenmenschen, die schon zu Zeiten des frühen Buchdrucks ihre mürrischen Nasen rümpften. Die Zivilisation stürbe, postulieren sie. Die Menschen verweigerten gesenkten Hauptes den Anblick des Himmels, bemängeln sie. Niemand spräche mehr miteinander, mahnen sie zeigefingerwedelnd.
Doch wie sehr sie sich irren.
Die kleinen Wunder der Technik mit Wischbildschirm haben die zwischenmenschliche Kommunikation in hohem Maße zivilisiert und angenehm gemacht: Kaum noch wird ebenso altmodisch wie unangenehm telefoniert!
Die Menschen teilen sich über Nachrichten mit. Schicken sich Bildchen und e-mails. Zeichnungen und Filme. Wie wunderbar doch der Fortschritt ist. Erst die Weiterentwicklung der Technik macht das menschliche Miteinander überhaupt möglich. Macht es stressfreier und entspannter.
Ich mag Smartphones. Und hoffe sehr, dass wir mit ihrer Hilfe den Drang, anzurufen, irgendwann gänzlich überwinden werden. Und stattdessen nur noch Nachrichten schicken. Jederzeit nachlesbar und frei von quälender Sprachqualität wie wir sie zum Beispiel von o2 bestens kennen und nicht schätzen.

Witterung aktuell


Frankfurt am Main.
Hinweis des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) in Sachen „Eisregen-Glätte“. Nach einem jüngst erfolgten, überregionalen Beschluss mehrerer sportmeteorologischer Gremien sind nun auch für den Winter 2017 die geltenden Regeln des internationalen Ringerverbandes maßgeblich.
Das heißt in der Praxis, wer etwa heute bei akuter Eisregenglätte ausrutscht, entgleitet, bar jeglicher Würde zu Boden pirouettiert oder sich sonstwie mit oder ohne mitgeführte Einkaufstüten in den eisigen Untergrund mault, hat den Kampf mit den Unbilden der kalten Jahreszeit erst dann verloren, wenn beide Schultern gleichzeitig den Boden berühren.
Eine Limitierung der Rundenzahl oder der Austragungszeit je Partie gibt es nicht. Ebenfalls wird auf eine Gewichtsklasseneinteilung sowie jedwelche Begrenzung des Spielfelds verzichtet.

Angst, Rassismus und polizeiliche Bezeichnungen

Das bloße Streichen eines Wortes lässt nicht den dazugehörigen Gedanken aus den Köpfen verschwinden. Das Wort ist das Ende, nicht der Anfang. Und diesen Anfang kann man nicht streichen, sondern nur überwinden.

Dazwischengeschoben und abgelegt

 

Wissensmehrung dank Krafttraining. Neulich bei McFilth. Beim sogenannten „Leg day“ malträtiere ich nicht nur meine Beine. Im Anschluss sind auch die Schultern dran. „Leg and shoulders“ sozusagen. Wobei ich hier jetzt aber keine Seifen-Werbung machen möchte.
Das Schulter-work out beginne ich gern mit „einarmigem Frontheben mit supiniertem Griff an der Kabelzugmaschine“ für den Deltoid anterior. Den vorderen Schultermuskel. Bei dieser Übung führt man den nur leicht gebeugten Arm mit nach oben gerichteter Handfläche in einer kinnhakenähnlichen Bewegung vor sich in die Höhe. Ich mache das gern mit kontrolliertem Schwung.
Das weiß jetzt auch der coole Digga mit seiner gewaltigen Bugwelle an Selbstbedeutung, der von der Seite her mitten durch meinen Trainingsbereich marschierte. Mit kantig vorgerecktem Kinn.
Upps.
Anschließend durfte er noch eine Weile unter Aufsicht auf dem Bodenpolster ruhen. Ich glaube, die Pause tat ihm generell ganz gut …

Heiligabend. Mal nicht als Freibeuter greifbar

Vom zivilisierten Umgang mit Freiberuflern und Selbstständigen

Heiligabend. 19.30 Uhr. Mit Freunden, Patenkindern und überhaupt super Menschen an einem Tisch herumspaßend, der mit leckeren Sachen und wunderbarem Wein bestens bestückt ist. Das Smartphone brummt hartnäckig vor sich hin. Ein neugieriger Blick offenbart: E-mail eines potentiellen Kunden. Ob man kurz eine Demo für einen Sprecherauftrag aufnehmen und schicken könne?

Na, aber sicher doch. Allerdings nur für die Rolle eines leicht trunkenen Weihnachtsmannes.

Ja nee, es ginge um den Off-Kommentar eines Erklärfilms über Mitarbeiterführung und betriebliche Motivation.

Ach echt? Dürfe man denn dort leicht geschärfte Ironie und etwas zitronensauren Sarkasmus in die Stimme einfließen lassen?

Verstehe ich nicht, sagt der Kunde.

Das glaube ich gern, schreibe ich, und schenke mir selbst nochmal reinen Wein ein, während ich mein Telefon abschalte und ebenso leise wie sicher in der Hosentasche verschwinden lasse …

Frohe Weihnachten. Nä.

Türlogik

Schöner Türstehen auf dem Hamburger Berg

„Junge Dame, kann ich bitte mal einen Blick auf deinen Ausweis werfen?“
„Warum?“
„Nun, du siehst noch reichlich jung aus. Genaugenommen minderjährig, wie mir scheint.“
„Ich muss echt meinen Ausweis zeigen?“
„Daran führt kein Weg vorbei, wie ich fürchte.“
„Aber, es ist doch schon nach halb vier! So spät kontrolliert ihr noch Ausweise?“
„Denkst du, du bist jetzt entscheidend weniger minderjährig, als, sagen wir mal, um halb zwei?“
„Ja, nee – aber jetzt ist es doch viel näher am Morgen, als an der Nacht! Und ich muss immer um halb sieben aufstehen. Da ist das dann ok, dass ich noch nicht achtzehn bin, oder wie?“

… Die Jugend folgt bisweilen einer gewissen, wenn auch verschlungenen Logik, wie ich zugeben muss …

Der Geheimkunde

Vom zivilisierten Umgang mit Freiberuflern und Selbstständigen

Heute: Der Geheimkunde

Seit ein paar Tagen erhalte ich Anrufe von einem potentiellen Kunden. Er möchte gern, dass ich ihm einen Off-Kommentar für sein Firmen-Imagevideo produziere. Nichts täte ich lieber als das. Falls wir uns handelseinig bezüglich der Vergütung würden.

Leider schreibt er mir keine e-mail, sondern ruft lediglich wiederholt an. Auf dem Festnetz. Das analoge Telefon und der dazugehörige Anrufbeantworter stehen dinosaurierartig in der Ecke des Vergessens meines Arbeitszimmers und bezeugen den langen Lauf der Zeit.

Er spricht immer dringlicher auf den AB.

Möchte gern zurückgerufen werden, um mir dann alle Infos per e-mail zukommen zu lassen. Er braucht hierfür vorher den persönlichen Kontakt. Sagt er. Auf dem Anrufbeantworter.

Auf das Hinterlassen einer Nummer, unter der ich mich zurückmelden könnte, verzichtet er. Wahrscheinlich aus Datenschutzgründen. Gehört wahrscheinlich zu der paranoiden Spezies, die auch immer die e-mails gleich nach dem Lesen löscht. Und später nicht mehr nachschauen kann, was man ihr schrieb.

Die Firma nennt er nicht. Und seinen Namen vernuschelt er dermaßen, dass sich ein Versuch, ihn zu „googeln“ überdies auch nicht anbietet.

Er wird wohl für immer ein geheimer Kunde bleiben.