31. Oktober

Heute ist Reformationstag. Das ist der Tag, an dem die Christen nach etwa 1.500 Jahren eine zweite Meinung über ihren imaginären Freund und den Umgang mit ihm einholten. Ich wünsche ihnen und auch den Anhängern des Großen Kürbis, die ebenfalls heute ein Fest feiern, viel Spaß und einen schönen Abend.

Karlotta und die zusätzliche Stunde

imag0136aDie Leidtragenden der sommerzeitlichen Uhrenumstellung – heute: Katzenbesitzer.
Insbesondere die zweibeinigen Mitbewohner vierbeiniger Feliden tragen in den nächsten Tagen schwer an der neu geordneten Uhrzeit. Denn die Laune ihrer kleinen, pelztragenden Besitzer wird aufgrund der durchweg als verspätet wahrgenommenen Futterdarreichung in zunehmende Empörung abgleiten …

(Im Bild: Noch schwankend zwischen Irritation und beginnender Verärgerung: Karlotta. Ihrer Meinung nach bereits ungebührlich lang auf ihr Futter wartend.)

Charity-Mix-Show auf dem Hamburger Kiez zugunsten Obdachloser

Bei „Comedy for the streets“ lacht das Publikum für andere

Hamburg, September 2016. „Für andere lachen“ lautet das Motto von „Comedy for the streets“. Bei der Premiere der Charity-Show am 16. November auf dem Kiez kitzeln fünf Hamburger Comedians und Kabarettisten die Lachmuskeln ihres Publikums. Ziel der Künstler ist es, den Nochtspeicher zum Kochen zu bringen. Hamburgs sozialer Hafen, das „CaFée mit Herz“, das arme, arbeits- und obdachlose Menschen auf St. Pauli kostenlos mit Lebensmitteln und Kleidung versorgt, erhält den Reinerlös der Mix-Show. Showbeginn ist um 19:30 Uhr, Einlass eine Stunde vorher.

Viktor Hacker, bekannt als Kolumnist des Kiezblogs „St. Pauli-News“ und aus „Zeit für Zorn? – Die Türsteherlesung“, führt als Moderator durch den Abend und setzt den Rahmen für: Kabarettist, Redner und Spiegel-Bestsellerautor Sebastian Schnoy, Party-Comedian Thorsten Bär, Comedy-Sternchen Alicia Heldt und Newcomer Marvin Spencer. Alle Künstler spielen ein Best-of ihrer Programme und verzichten auf ihre Gage. Denn es geht ihnen um die gute Sache.

Organisator der Show ist Event-Veranstalter Thorben Reinhard von der Agentur International Experience Promotion: „Die Idee, etwas für Obdachlose zu tun, schlummerte schon lange in mir. Als mir dann der Titel ‚Comedy for the streets einfiel’, war das Event-Konzept im Prinzip direkt klar. Alle Künstler haben spontan zugesagt. Jetzt hoffe ich nur noch auf ein ausverkauftes Haus und damit verbunden auf eine große Spendensumme für das ‚CaFée mit Herz’. Es ist so einfach, Gutes zu tun. Und es macht Spaß. Denn unser Abend wird garantiert lustig“, verspricht Thorben Reinhard.

Auf einen Blick: Charity-Mix-Show „Comedy for the streets“ am Mittwoch, 16. November 2016, um 19:30 Uhr (Einlass: 18.30 Uhr), im Nochtspreicher (Bernhard-Nocht-Straße 69a, 20359 Hamburg). Tickets gibt es im Vorverkauf über Ticketmaster (15 Euro zzgl. Vvk-Gebühr) und an der Abendkasse (17,50 Euro). Den Reinerlös erhält das „CaFée mit Herz“.

DHL – Der Kampf geht weiter

imag2016Man will ja nichts über’s Knie brechen … es sei denn, man arbeitet bei der DHL.

Nach längerer Abstinenz wieder einmal mit den „großen Gelben“ zu tun gehabt. Nun, es ist natürlich schon eine Zumutung, wenn die stumpfen Kunden immer so komisch bemessene Pakete versenden oder erhalten, die partout nicht in die kleinen Fächer passen.

Zum Glück ist der DHL-Mensch von Welt nicht auf den Kopf gefallen, sondern kann selbigen sogar zielstrebig einbringen: Wo religiöse imag2017Zeitgenossen schlicht das Brot brechen, macht er mit einem gezielten Kopfstoß das Paket passend! Denn merke: Platz ist in der kleinsten Hütte, wenn man nur alles anständig faltet …

R.I.P. kleine Japan-Zugsäge. Wir hatten leider nicht die Gelegenheit, uns näher kennen zu lernen, denn dein Rückgrat brach lang vor deiner Zeit. Und schon jetzt weiß ich, du wirst mir sehr fehlen. Zum Beispiel beim Zuschnitt der Pfeilschaft-Rohlinge für den Langbogen. Mit dem ich Jagd auf große, rollende, gelbe Dinger machen könnte …

DHL – Der Kampf geht weiter

Vorbildlicher „Bringservice“

tuerservice-september-2016-headcrash-hamburgEine der Kernkompetenz-Aufgaben des Türmannes ist der sogenannte „Clubtür-Bringservice“.

Sollte ein Gast nicht in der Lage oder Willens sein, den Ausgang der Lokalität aus eigenen Mitteln sowohl zu finden, als auch zu durchschreiten, greift der freundliche Türmann des Vertrauens – hier der Kollege Viktor – sogleich flankierend und hilfreich unter die Arme.

Sanft im Ton aber entschieden bewegungsmotivierend in der Sache wird so die Situation zu aller Zufriedenheit deeskaliert und bereinigt.

Eher hinein als hinaus geht es am 02. November in den Nochtspeicher, wenn es wieder heißt: „Zeit für Zorn? – Die Türsteherlesung“. Selbstverständlich nicht ernst gemeint: das Motto – „Backenfutterparty!“. Denn wir lehnen Brutalität natürlich entschieden ab und sagen stets: K(l)eine Gewalt!

Der Basispreis

Schöner Türstehen beim Live-Event. An der Kasse. „Wie lange spielen die denn schon?“
„Gerade angefangen.“
„Und wie lange spielen die jetzt schon?“
„Das ist die Vorband. Noch nicht so lang. Zwei, drei Songs, glaube ich.“
„Und wie lang ist das in Zeit?“
„Keine Ahnung – neun, vielleicht zehn Minuten …“
„Ja, was jetzt, neun oder zehn Minuten?“
„Warum willst du das denn so genau wissen?“
„Na, ich will den anteiligen Eintrittspreis ausrechnen, den ich jetzt noch zu bezahlen habe!“
„Ach, wir sind da heute gar nicht so und lassen dich für den normalen Preis rein, musst gar nicht mehr bezahlen.“
„Hä, wieso mehr?“
„Na, der normalerweise fällige Ignoranz-Zoll, der fürs mutwillige Zuspätkommen zu begleichen ist. Der wird ja anteilig aus den verpassten Songs berechnet.“
„Echt?“
„Ja, aber ich mache heute mal eine Ausnahme, du musst nur den Basispreis bezahlen.“
„Ok … das finde ich nett … glaube ich.“
„Das glaube ich auch.“

Volle Fahrt bei Vollmond

Schöner Türstehen auf dem Hamburger Berg. Ich empfand es als feinen Zug vom Rettungswagen-Team, den nun langsam seitlich wieder vom stehenden Fahrzeug abtropfenden Schnellläufer gleich mitzuverarzten, wo sie doch eh schonmal vor Ort waren. Als sie nach vollendetem Werk losfuhren, fragte ich mich von meiner Tür aus, wie lange sich die beiden anderen Jungs wohl an ihrem Platz an den Hecktüren werden halten können. Feixend standen sie auf der hinteren Stoßstange und krallten sich an Türgriffen und Dachreling fest. Der RTW bog in die Simon-von-Utrecht-Straße und beschleunigte im Licht des vollen Mondes …

Reise ins Ungewisse

Schöner Türstehen. Ein Streifenwagen steht in der Nähe der Clubtür. Die Besatzung muss die Ergebnisse irgendeines Freiluft-Gehampels vor dem Kiosk auf der anderen Straßenseite protokollieren. Die hinteren Türen eines Polizeiautos lassen sich nicht von innen öffnen. Was auch der leicht angetrunkene Gast gerade feststellen muss, der eben entweder aus Spaß in das Staatsgefährt einstieg oder, weil er es für ein seltsam blaues Taxi hielt. Nun kehrt die Streifenwagenbesatzung zurück. Dienstmützen werden abgenommen. Türen klappen. Ein Motor startet. Die Fahrt geht los. Hinten hat sich der blinde Passagier mucksmäuschenstill ganz klein gemacht, da er nicht weiß, was er sonst tun soll. Ich frage mich, wann sie ihn wohl bemerken. Und ob man ihm dann beim Aussteigen behilflich ist oder er recht teuer übernachten muss. Ein Vollmond auf Reisen.

Es bleibt schwierig …

Der „Rauch-Floor“

Schöner Türstehen auf dem Hamburger Berg

„Kann man bei euch rauchen?“
„Ja, unten.“
„Und was läuft oben für Musik?“
„Metalcore. Aber da kannst du nicht rauchen.“
„Wo kann ich denn rauchen?“
„Unten.“
„Wo is denn unten“
„Bei uns ist unten unten. Das mag woanders anders sein, da ist vielleicht auch mal oben unten. Aber nicht bei uns. Hier ist unten immer unten.“
„Echt?“
„Ja. Und unten kannst du rauchen.“
„Oben darf ich nicht rauchen?“
„Nein, nur unten.“
„Wie komme ich denn nach unten?“
„Ich glaube, du solltest gar nicht mehr rauchen.“
„Echt?“
„Ja, echt!“
„Na, dann einen schönen Abend noch.“
„Gleichfalls.“
„Tschüss.‘
„Tschüss.“
Der Hamburger Berg-Besucher. Im Kopf trägt er den Schnaps und den Vollmond im Herzen …

Misofoniker

Alltagsbeobachtungen

„Nein, wir können leider keine Freunde sein.“
„Warum das denn nicht?“
„Du schlürfst beim Trinken und isst ständig mit offenem Mund.“
„Aber ich bin doch ein ausgesprochen kommunikativer Typ!“
„Eben …“