Wohlriechender Fitness-Experte

Wissensmehrung dank Krafttraining. Seit rund fünf Minuten steht der junge Mann mit dem beeindruckend niedrigstelligen Body Mass Index vor einer der großflächigen Spiegelwände der Männer-Umkleide und besprüht seinen vom Work out noch aufgepumpten Glattkörper ausführlich mit raumfüllendem Deo-Duft.

Konzentriert schürzt er die Lippen, eine jähe Falte zwischen den akribisch gezupften Augenbrauen kündet von der Entdeckung kleinster Asymmetrien im Gesamtkörperbild. Sorgsam spannt er jede Muskelpartie an, die aktuell im Fokus des Sprühnebels steht.

Dann scheint die Prozedur beendet.

Er schnappt sich sein Smartphone, das mit seinem Dreibeinstativ auf einem kleinen Regal nahebei stand, und schaltet die Videofunktion ab. An seinen Trainingspartner, der gerade aus dem Duschraum zurückkehrt, gerichtet, verkündet er stolz: „Ey, Digga, jetzt hab isch endlich auch die letzte Sequenz vom After Work Out-Tutorial fertisch. Noch schneiden, dann kann das hoch zu YouTube, das Ding.“

Sie ist fleißig, die Fitness-Jugend. Das muss man ihr lassen. Immer nah dran am Puls der Zeit und ganz uneitel in der Weitergabe ihrer Erkenntnisse. Das finde ich löblich – es nimmt mir die Sorge um die Zukunft unseres schönen Kraftsports.

Dazwischengeschoben und abgelegt

 

Wissensmehrung dank Krafttraining. Neulich bei McFilth. Beim sogenannten „Leg day“ malträtiere ich nicht nur meine Beine. Im Anschluss sind auch die Schultern dran. „Leg and shoulders“ sozusagen. Wobei ich hier jetzt aber keine Seifen-Werbung machen möchte.
Das Schulter-work out beginne ich gern mit „einarmigem Frontheben mit supiniertem Griff an der Kabelzugmaschine“ für den Deltoid anterior. Den vorderen Schultermuskel. Bei dieser Übung führt man den nur leicht gebeugten Arm mit nach oben gerichteter Handfläche in einer kinnhakenähnlichen Bewegung vor sich in die Höhe. Ich mache das gern mit kontrolliertem Schwung.
Das weiß jetzt auch der coole Digga mit seiner gewaltigen Bugwelle an Selbstbedeutung, der von der Seite her mitten durch meinen Trainingsbereich marschierte. Mit kantig vorgerecktem Kinn.
Upps.
Anschließend durfte er noch eine Weile unter Aufsicht auf dem Bodenpolster ruhen. Ich glaube, die Pause tat ihm generell ganz gut …

Rhythmisches Teppichklopfen

Wissensmehrung dank Krafttraining

Ein neuer Fitnesstrend hat jetzt auch das McFit Steilshoop erreicht: Das sogenannte „Rhythmische Teppichklopfen“. Hierzu stellt sich der Gym-Patient breitbeinig mit durchgedrückten Knien vor einen oder auch zwei schwere Box-Sandsäcke. Nun wird ansatzlos abwechselnd oder auch alternativ gleichzeitig mit flacher Hand an ausgestrecktem Arm seitlich auf den Sandsack geschlagen. Dabei muss es ordentlich klatschen. Zudem ist es angezeigt, jeden Hieb mit spitzem Schrei oder wahlweise vernehmlichem Knurren zu unterstreichen. Die übrigen Trainierenden nähern sich dem Ausübenden meist recht zügig in großer Neugier und ausgeprägtem Redebedarf …