Stadtparkmobilität

Unterwegs unter Menschen

Milde Temperaturen. Man geht hinaus und genießt die belebenden Sonnenstrahlen nach langem Wintergrau. Lustwandelt im lauschigen Park.

Drolliges neues Phänomen dabei: Elektromobilisierte Senioren mit Hightech-Fahrradprothesen, die ihren verzweifelt auf Kinderrädern hinterherkurbelnden Enkeln souverän davonsurren.

Indes: Groß wird der Vorsprung nur selten. Dank künstlicher Beschleunigung in einen Tempobereich jenseits ihrer geistigen wie körperlichen Reaktionsfähigkeiten machen die Vielfaltigen die nötigen Ausweich- und Bremsbewegungen erst nachdem sie schon in parkende Eiswagen oder im Weg herumstehende Kleinfamilien hineinkariolt sind.

Die schweratmenden, vor Anstrengung violettgesichtig aufholenden Kindeskinder dürfen sich dann beim Wiederaufstehen hilfreich einbringen.

Benefit: So kommt zum Ausdauertraining des Nachwuchses auch noch eine Einheit Kraftsport. Für mehr juvenile Gesundheit.

Melanchometeorologie

Es ist ein weitverbreiteter Irrtum, dass es in Hamburg ständig regne. Es gibt etliche andere Orte in Deutschland mit signifikant höherer Niederschlagsmenge.
Man denkt in Hamburg bloß, das Wetter wäre dauernd mies, weil der Himmel immer grau ist. Ok, trist ist es daher natürlich trotzdem, aber eben bedeutend häufiger trocken-trist als nass-trist.
Ein kleiner, aber feiner Unterschied.

Verkehrsgeschehen

Kurze Pause

„Das steht mir zu!“
Nach acht Stunden ohne Ablösung beschloss Fabio, das Fahrtrichtungsschild, eine kleine Pause ein- und sich kurz abzulegen. Der Job des „Hier rechts vorbeifahren“-Anzeigens verlangte bei diesen eisigen Temperaturen auch einem so erfahrenen Verkehrsschild wie Fabio einiges ab.
„Außerdem“, wie der randseitig scharfkantige Verkehrsexperte noch einmal entschieden betonte, „steht mir die Pause gewerkschaftlich zu. Die Liegsabbieger hier in Steilshoop kommen auch mal eine halbe Stunde lang ohne mich klar. Zudem: ein kleines Nickerchen schärft die Sinne und sorgt anschließend wieder für die nötige Konzentration im Job!“
Tja, wer würde es ihm missgönnen.

Hinüberregnen: Von Winterklamm zu Pinkelnebel

Heute ist Frühlingsbeginn. Sehr gut am Fröhlicheffekt des Regens zu erkennen, der zur Verdeutlichung dieses Phänomens glücklicherweise seit mehreren Tagen unterbrechungsfrei auf uns herabrieselt. Mit dem einsetzenden Frühlingsanfang ändert der Himmelsurin sowohl Farbe wie Temperatur – seine Anmutung wechselt von kaltem Wintergrau zu wärmerem Nebelgelb; die ganze Stimmungslage wirkt unvermittelt vergnügter, lebensbejahender. Auch scheinen die Tropfen, individuell betrachtet, weicher zu fallen. Man glaubt, weniger nass zu werden. Dies ist natürlich ein rein subjektiver Trugschluss. Aber ein tröstlicher. Irgendwie.

Witterung aktuell


Frankfurt am Main.
Hinweis des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) in Sachen „Eisregen-Glätte“. Nach einem jüngst erfolgten, überregionalen Beschluss mehrerer sportmeteorologischer Gremien sind nun auch für den Winter 2017 die geltenden Regeln des internationalen Ringerverbandes maßgeblich.
Das heißt in der Praxis, wer etwa heute bei akuter Eisregenglätte ausrutscht, entgleitet, bar jeglicher Würde zu Boden pirouettiert oder sich sonstwie mit oder ohne mitgeführte Einkaufstüten in den eisigen Untergrund mault, hat den Kampf mit den Unbilden der kalten Jahreszeit erst dann verloren, wenn beide Schultern gleichzeitig den Boden berühren.
Eine Limitierung der Rundenzahl oder der Austragungszeit je Partie gibt es nicht. Ebenfalls wird auf eine Gewichtsklasseneinteilung sowie jedwelche Begrenzung des Spielfelds verzichtet.

Wenn SF wahr wird

Als Teenie war ich voll der Hoffnung, dass zu meinen Lebzeiten ein paar der gesellschaftlichen und technischen Fortschritte meines geliebten Science Fiction-Genres Wirklichkeit werden. Und heute stehe ich am Fenster und lächle, denn den Regen, den Dauerregen aus „Blade Runner“ den haben wir jetzt tatsächlich und dürfen ihn täglich in der Realität erleben. Das ist schon ein bisschen cool, muss ich sagen …

Anderswo

Manchmal sitze ich da,
und sage nichts,
höre den Bäumen beim Rauschen zu
und stelle mir vor,
ich wäre am Meer.

Nässe im Dunkel

2016. Das Jahr des dauerdüsteren Sommers, der für eine höhere Licht-Stromrechnung als der Winter sorgte. Dafür musste man die Angel nicht mehr so weit auswerfen – Scharen von Hering und Kabeljau zogen oft dicht am Wohnzimmerfenster vorbei. Und auch ein ganz besonderes Natur-Schauspiel nahm hier seinen Anfang: Die alljährliche Überwindung der Kellertreppen-Stromschnellen durch wandernde Lachsschwärme auf ihrem Weg zu den Laichgründen auf den umliegenden Sportplätzen.