Das schwere Leben der Macho-Mään

Wissensmehrung dank Krafttraining
 
Work out bei McFilth. Die nächste anstehende Übung ist für den Trizeps und erfordert einen Kabelzugturm. Ich schlendere zur entsprechenden Geräteansammlung. Auf den letzten Metern überholt mich eine Gestalt mit zügigem Schritt und wirft ihr Handtuch reviermarkierend über die Griffe einer der Maschinen. Ellenbogenausstelllend dreht er sich in der typischen Macho-Män-Drohhaltung mit breitbeinig einladender „Kick to the groin“-Landezone um und reklamiert das Gerät „was‘ los, Digga?“-knurrend für sich.
Freundlich lächelnd überlasse ich ihm den Zugturm und schnappe mir den nächsten in der Reihe. Es ist der einzige noch unbesetzte. Jetzt fällt auch ihm das „Defekt“-Schild an seiner frisch eroberten Maschine auf. Nun gilt es, die schwierige Aufgabe zu bewältigen, sich ohne Würdeverlust und schmerzliche Einbußen in punkto männlicher Überlegenheit zur nächsten Übung zurückzuziehen. Es ist nicht leicht, ein Macho-Män zu sein und überdies immer alles andere auch noch im Griff haben zu müssen.
Ich schaue ganz neutral und vermeide jegliche lustigmachende Haltung. Mir ist seine verkürzte Lebenserwartung als aufbauoptimierter „Bole-Bomber“ ja durchaus sehr bewusst. Ich will ihm auf keinen Fall die Lebensfreude noch weiter rauben – schließlich geht er eh schon nicht zum Lachen in den Hantel-Keller.
Stattdessen freue ich mich über meine moderaten Trainingsgewichte, und dass ich mich als Sportälterer nicht ständig halb bewundernd und halb enttäuscht im Spiegel kontrollieren muss.

Dazwischengeschoben und abgelegt

 

Wissensmehrung dank Krafttraining. Neulich bei McFilth. Beim sogenannten „Leg day“ malträtiere ich nicht nur meine Beine. Im Anschluss sind auch die Schultern dran. „Leg and shoulders“ sozusagen. Wobei ich hier jetzt aber keine Seifen-Werbung machen möchte.
Das Schulter-work out beginne ich gern mit „einarmigem Frontheben mit supiniertem Griff an der Kabelzugmaschine“ für den Deltoid anterior. Den vorderen Schultermuskel. Bei dieser Übung führt man den nur leicht gebeugten Arm mit nach oben gerichteter Handfläche in einer kinnhakenähnlichen Bewegung vor sich in die Höhe. Ich mache das gern mit kontrolliertem Schwung.
Das weiß jetzt auch der coole Digga mit seiner gewaltigen Bugwelle an Selbstbedeutung, der von der Seite her mitten durch meinen Trainingsbereich marschierte. Mit kantig vorgerecktem Kinn.
Upps.
Anschließend durfte er noch eine Weile unter Aufsicht auf dem Bodenpolster ruhen. Ich glaube, die Pause tat ihm generell ganz gut …