DHL – Der Kampf geht weiter

Nun … es ist ja auch verständlich – seitdem aus Budgetgründen sämtlichen DHL-Boten die assistierende Begleitung durch hieroglyphenerfahrene Alt-Ägyptologen gestrichen wurde, wird die Entzifferung vor allem solch kryptischer Adressbeschriftungen zunehmend unmöglicher. Da kann man nach längerer Namenssuche mit anstrengendem Lesekampf schon einmal entnervt aufgeben. Kein Ding. Vollstes Verständnis. 😅

DHL – Der Kampf geht weiter

Vom zivilisierten Umgang mit Freiberuflern und Selbstständigen

Heute: Würdevoll selbstloser Beispielgeber

Es ist ja ganz normal, immer wieder von Agenturen aufgefordert zu werden, Angebote für Sprecheraufträge abzugeben, auf die dann keinerlei Antwort oder Reaktion erfolgt. Schließlich hat man sich nassforsch an den gängigen Sprecherpreislisten orientiert und den Kunden in spe auf diese Weise unhöflichst brüskiert.

Wenn man aber zufällig mitbekommt, dass die mitgelieferten, extra hierfür aufgenommenen Audiodemos anschließend anderen, weit und zügig entgegenkommend preisgünstigeren Konkurrenten als „Beispiel, wie das klingen soll“ vorgelegt werden, kann man immerhin würdevoll erhobenen Hauptes in den freiberuflichen Hungertod schreiten.

Kurzprotokoll des Übergangs

Schöner Türstehen auf dem Hamburger Berg. Resümee der Silvesternacht. Ob beim Eindämmen trunkener Hausfassadenzielübungen verantwortungsunscharfer Raketen-aus-der-Hand-Starter, dem Auflösen ebenso vielköpfiger wie spaßunterbindend finsterer Männergruppenklumpen vor dem Clubeingang, dem sorgsamen Verarzten fröhlicher Barfußtänzer nach der Glasscherbenpolka auf dem Dancefloor oder dem zügig hinausbegleitenden Türservice für entschlossene Kontaktsucher mit „Nein“-Schwäche – der Türmann bewegt sich stets in einer räumlich fließenden Poetik des Tuns.
Vor allem in der Zeit des Jahreswechsels, wenn manches Gästegehirn noch 2017, der Körper aber bereits 2018 ist.
Dennoch: Frohes neues Jahr – denn alles wird gut!

Nachtrag. Merke: Die mittlere türsteherseitige Backpfeife an wiederholt streitsuchenden Nichtgästen klingt so ähnlich wie ein legaler Knallkörper. Ist aber nachhaltiger und verursacht viel weniger Feinstaub.

Talkgast

Kaum aufgezeichnet, zack: schon im Netz. Kurz vor Weihnachten durfte ich der wunderbaren Astrid Rolle bei der 18. Ausgabe von TalkDOT ausführlich Rede und Antwort stehen.

Weihnachtszeit – IT-Problemzeit

Repairing home for Christmas

Schon klar, es liegt in der Natur der Sache, dass Eltern für gewöhnlich ältere Leute sind. Und alte Menschen erweisen sich zumeist als technikfeindlich oder aber unerwartet originell beim Finden von Fehlbedienungsmöglichkeiten. Es ist also viel Wahres daran, dass die Weihnachtszeit vor allem auch eine Zeit der IT-Reparaturen im Elternhause ist. Bedenkt bei aller berechtigten Spöttelei aber stets, dass diese Leute euch die ersten zehn Jahre eures Lebens die Windeln wechseln mussten – und jetzt ratet doch mal, wer mehr Kagge gebaut hat …

Hysteriker-Stoff

Manchmal ertappe ich mich bei dem Gedanken, dass es womöglich eine Art Grundstoff gibt, aus dem alle impulsgesteuerten, emotional instabilen Hysteriker gefertigt werden. Ob sie später links, rechts oder religiös werden, ist dann ganz dem Zufall überlassen. Etwa, wer ihnen im Sandkasten die Schaufel auf den Kopf gehauen hat oder sie im vorpubertären Alter schnöde abblitzen ließ.

Dankeschön!

Auf der Bühne. Wo ich am liebsten bin. Ein Publikum unterhalten zu dürfen, mit meinen bizarren und womöglich lustigen Geschichten. Leute zu treffen, die bereit sind, sich mein Zeug anzuhören. Von netten Menschen dabei unterstützt zu werden. Solo oder im Ensemble mit wunderbaren anderen Künstlern auftreten zu können. Ich habe ein gutes Leben. Und dafür bin ich dankbar. Eine große Verbeugung vor allen, die mir das alles wieder und wieder möglich machen! Dankeschön!

On stage. The place i like to be most. To have an audience to entertain with my bizarre and probably funny stories. To meet people who are willing to listen to my stuff. To be supported by nice persons all the time. To perform solo or in collaboration with wonderful other artists. I have a good life and i’m thankful for that. A big bow to everyone who makes that possible again and again! #getsentimental #lovemylife #voiceartist #voiceactor #onstage #comedy #spokenwordperformance #xmastime

Verkehrsgeschehen

Kurze Pause

„Das steht mir zu!“
Nach acht Stunden ohne Ablösung beschloss Fabio, das Fahrtrichtungsschild, eine kleine Pause ein- und sich kurz abzulegen. Der Job des „Hier rechts vorbeifahren“-Anzeigens verlangte bei diesen eisigen Temperaturen auch einem so erfahrenen Verkehrsschild wie Fabio einiges ab.
„Außerdem“, wie der randseitig scharfkantige Verkehrsexperte noch einmal entschieden betonte, „steht mir die Pause gewerkschaftlich zu. Die Liegsabbieger hier in Steilshoop kommen auch mal eine halbe Stunde lang ohne mich klar. Zudem: ein kleines Nickerchen schärft die Sinne und sorgt anschließend wieder für die nötige Konzentration im Job!“
Tja, wer würde es ihm missgönnen.

Das schwere Leben der Macho-Mään

Wissensmehrung dank Krafttraining
 
Work out bei McFilth. Die nächste anstehende Übung ist für den Trizeps und erfordert einen Kabelzugturm. Ich schlendere zur entsprechenden Geräteansammlung. Auf den letzten Metern überholt mich eine Gestalt mit zügigem Schritt und wirft ihr Handtuch reviermarkierend über die Griffe einer der Maschinen. Ellenbogenausstelllend dreht er sich in der typischen Macho-Män-Drohhaltung mit breitbeinig einladender „Kick to the groin“-Landezone um und reklamiert das Gerät „was‘ los, Digga?“-knurrend für sich.
Freundlich lächelnd überlasse ich ihm den Zugturm und schnappe mir den nächsten in der Reihe. Es ist der einzige noch unbesetzte. Jetzt fällt auch ihm das „Defekt“-Schild an seiner frisch eroberten Maschine auf. Nun gilt es, die schwierige Aufgabe zu bewältigen, sich ohne Würdeverlust und schmerzliche Einbußen in punkto männlicher Überlegenheit zur nächsten Übung zurückzuziehen. Es ist nicht leicht, ein Macho-Män zu sein und überdies immer alles andere auch noch im Griff haben zu müssen.
Ich schaue ganz neutral und vermeide jegliche lustigmachende Haltung. Mir ist seine verkürzte Lebenserwartung als aufbauoptimierter „Bole-Bomber“ ja durchaus sehr bewusst. Ich will ihm auf keinen Fall die Lebensfreude noch weiter rauben – schließlich geht er eh schon nicht zum Lachen in den Hantel-Keller.
Stattdessen freue ich mich über meine moderaten Trainingsgewichte, und dass ich mich als Sportälterer nicht ständig halb bewundernd und halb enttäuscht im Spiegel kontrollieren muss.

Fränkie Funkenflug fährt aus

DHL – Der Kampf geht weiter
 
„Tut mir leid, Ihr Paket finde ich hier nirgendwo.“
„Es soll aber seit gestern hier liegen. Es wurde umgeleitet, nachdem der Fahrer feststellte, dass er nicht in der richtigen Stimmung war, auszusteigen und den Klingelknopf zu drücken. Zumindest entnehme ich das dem Status der DHL Paket-App: „Leider hat unser Auslieferer Sie nicht persönlich angetroffen. Ihr Paket wird in die nächste Filiale umgeleitet.““
„Ich habe hier nur leider nichts für Sie.“
„Was schätzen Sie denn, wann es ankommt? Habe gestern diese Benachrichtigungs-SMS erhalten: „Hallo, es liegt für Sie ab nächsten Werktag 11 Uhr eine Sendung in der Filiale Eichenlohweg in Hamburg. Ihr DHL Team““
„Hm, zeigen Sie mal … Nun, ich kann noch einmal nachschauen, aber weder gestern Abend noch heute im Laufe des Tages ist ein Fahrer hier gewesen.“
„Warum bekomme ich dann diese SMS?“
„Der Fahrer muss die Sendungen am selben Tag in eine Filiale umleiten, wenn er sie nicht ausliefern kann. Daher schreibt er das da rein.“
„Aha. In Wirklichkeit nehmen die ihre Pakete aber einfach mit nach Hause, oder wie?“
„Nun ja … manche Fahrer laden gern ein paar Tage später gesammelt hier ab, nachdem sie lange genug mit den Sendungen herumgefahren sind.“
 
(Zwischenruf von hinten aus dem Lagerraum: „Ach, hat „Fränkie Funkenflug“ (Name vom Autor geändert) wieder Schicht?“)
 
„Ich würde speziell diesen Fahrer zu gern einmal persönlich sprechen …“
„Ich könnte Sie anrufen, wenn das Paket eintrudelt.“
„Oh, das ist nett – hier haben Sie mal meine Nummer.“
„Wir melden uns!“
„Vielen Dank!“
 
DHL – Der Kampf geht weiter