Fränkie Funkenflug fährt aus

DHL – Der Kampf geht weiter
 
„Tut mir leid, Ihr Paket finde ich hier nirgendwo.“
„Es soll aber seit gestern hier liegen. Es wurde umgeleitet, nachdem der Fahrer feststellte, dass er nicht in der richtigen Stimmung war, auszusteigen und den Klingelknopf zu drücken. Zumindest entnehme ich das dem Status der DHL Paket-App: „Leider hat unser Auslieferer Sie nicht persönlich angetroffen. Ihr Paket wird in die nächste Filiale umgeleitet.““
„Ich habe hier nur leider nichts für Sie.“
„Was schätzen Sie denn, wann es ankommt? Habe gestern diese Benachrichtigungs-SMS erhalten: „Hallo, es liegt für Sie ab nächsten Werktag 11 Uhr eine Sendung in der Filiale Eichenlohweg in Hamburg. Ihr DHL Team““
„Hm, zeigen Sie mal … Nun, ich kann noch einmal nachschauen, aber weder gestern Abend noch heute im Laufe des Tages ist ein Fahrer hier gewesen.“
„Warum bekomme ich dann diese SMS?“
„Der Fahrer muss die Sendungen am selben Tag in eine Filiale umleiten, wenn er sie nicht ausliefern kann. Daher schreibt er das da rein.“
„Aha. In Wirklichkeit nehmen die ihre Pakete aber einfach mit nach Hause, oder wie?“
„Nun ja … manche Fahrer laden gern ein paar Tage später gesammelt hier ab, nachdem sie lange genug mit den Sendungen herumgefahren sind.“
 
(Zwischenruf von hinten aus dem Lagerraum: „Ach, hat „Fränkie Funkenflug“ (Name vom Autor geändert) wieder Schicht?“)
 
„Ich würde speziell diesen Fahrer zu gern einmal persönlich sprechen …“
„Ich könnte Sie anrufen, wenn das Paket eintrudelt.“
„Oh, das ist nett – hier haben Sie mal meine Nummer.“
„Wir melden uns!“
„Vielen Dank!“
 
DHL – Der Kampf geht weiter

Reich beschenkt

DHL – Der Kampf geht weiter

*ding-dong*
„Ja?“
„Guten Morgen, hier habe ich ein Paket für Sie.“
„Ah, danke.“
„Wenn Sie hier unterschreiben …“
„Moment! Das habe ich gestern verschickt!“
„Ja, und heute ist es schon da. Nicht schlecht, oder?“
„Nein, da stimmt was nicht – dieses Paket habe ich verschickt!“
„Und – zack – ist es angekommen!“
„Ja … nein … äh, das ist ein Missverständnis … ich bin der Versender! Hier, guck, hier steht’s: „Absender: R. Viktor Hacker“ – „Empfänger: „Bla-di-da XY“.“
„Meine Fresse, immer dieses nörgelige Herumgebohre in Kleinigkeiten!“
„Aber, ich bin der Versender!“
„Nun, das ist jetzt wirklich nicht mein Problem. Da habe ich ganz andere. Tschüss.“
„Äh, oha, ja, da haben Sie wohl recht …“

DHL – Der Kampf geht weiter

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„Was machen Sie da?“
„Ich hole mein Paket ab.“
„Sie können doch nicht einfach selbst nach Ihrem Paket gucken!“
„Warum nicht? Die Pakete lagern doch hier draußen auf dem Gang.“
„Nein, tun sie nicht.“
„Doch. Ist das kein Post-Selbstbedienungsbereich?“
„Nein! So etwas gibt es nicht!“
„Doch, doch – die Pakete stehen hier neben dem Postbank-Auszugsdrucker und den Kassen vom angrenzenden Supermarkt.“
„Nein, da sind keine Pakete. Das wäre ja gar nicht erlaubt. Hätte ja jeder Zugriff.“
„Oh, hier ist mein Paket. Das, das angeblich noch gar nicht eingetroffen sein soll.“
„Das bilden Sie sich ein.“
„Wow! Meine Einbildungskraft ist enorm! Ich kann es sogar anfassen. Guck: Hier ist mein Paket.“
„Legen Sie das Paket wieder auf den Lager-Wagen!“
„Ich kann es bestimmt auch wieder verschwinden lassen. Mit meiner neu entdeckten Einbildungs-Superkraft.“
„Sie haben es einfach in ihre Tasche gesteckt!“
„Nein, das bilden Sie sich ein. Aber meine Einbildungskraft ist viel stärker als ihre! Ätsch!“
„Bleiben Sie hier!“
„Ich komme morgen wieder. Und bilde mir ein weiteres Paket auf dem Gang ein – es ist unterwegs und müsste morgen auf gar keinen Fall eintreffen.“

DHL – Der Kampf geht weiter

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Besser die Finger davon lassen …

„So, hier sind ihre drei Pakete. Ich brauche noch ihre Unterschrift auf dieser Quittung …“
„Äh, da stimmt etwas nicht – ich erwarte bloß zwei Pakete.“
„Es sind aber nunmal drei.“
„Dieses hier ist nicht meines.“
„Doch.“
„Nein.“
„Aber ja doch!
„Ich mag es zwar nicht, wenn Leute herum-abern, aber auf diesem Paket steht nicht einmal mein Name.“
„Wohl!“
„Ich heiße Hacker, Viktor Hacker. Hier steht aber Hocker, Kevin Hocker.“
„Ja und? Ist doch fast dasselbe!“
„Hören Sie, ich bin zwar in einem sozialen Brennpunkt Hamburgs geboren und aufgewachsen. Ok. Aber für „Kevin“ bin ich schlicht die falsche Generation. Viel zu alt …“*
 
„Sonst meckern Sie immer herum, dass Sie zu wenige Pakete bekommen, und jetzt dieses Geblöke, obwohl Sie eines zu viel erhalten. Nehmen Sie das Paket nun entgegen, oder nicht?“
„Ich bin nicht Kevin Hocker. Ich will sein Paket nicht! Wer weiß, was der sich da bestellt hat …“
„Meine Fresse. Dann eben nicht. Hier, ich habe noch ein unadressiertes Paket – möchten Sie das evtl. mitnehmen?“
„Landen unadressierte Pakete immer bei Ihnen in der Filiale?“
„Manchmal. Wieso?“
„Och, nur so. Falls Sie planen, es zu öffnen, würden Sie dann bitte warten, bis ich weit genug von der Filiale entfernt bin?“
„Hä? Verstehe ich nicht …“
„Macht nichts. Warten Sie einfach ungefähr fünfzehn Minuten, bitte.“
 
DHL – Der Kampf geht weiter
 
*(alles nach dem Sternchen entspringt der dichterisch-humoristischen Freiheit)