KOLARI: „Mainline Your Job“

Neulich hatte ich das größtmögliche Vergnügen, in einem Video einer von mir hochgeschätzten Band mitwirken zu dürfen: KOLARI. Heute war der Releasetermin! Ich empfehle dringend einen Besuch des bandeigenen YouTube-Kanals, eines Auftritts der Jungs und vor allem auch den Erwerb des neuen Albums „Fear/Focus“ – es lohnt sich, denn die Jungs sind sehr gut! 😀

Der Basispreis

Schöner Türstehen beim Live-Event. An der Kasse. „Wie lange spielen die denn schon?“
„Gerade angefangen.“
„Und wie lange spielen die jetzt schon?“
„Das ist die Vorband. Noch nicht so lang. Zwei, drei Songs, glaube ich.“
„Und wie lang ist das in Zeit?“
„Keine Ahnung – neun, vielleicht zehn Minuten …“
„Ja, was jetzt, neun oder zehn Minuten?“
„Warum willst du das denn so genau wissen?“
„Na, ich will den anteiligen Eintrittspreis ausrechnen, den ich jetzt noch zu bezahlen habe!“
„Ach, wir sind da heute gar nicht so und lassen dich für den normalen Preis rein, musst gar nicht mehr bezahlen.“
„Hä, wieso mehr?“
„Na, der normalerweise fällige Ignoranz-Zoll, der fürs mutwillige Zuspätkommen zu begleichen ist. Der wird ja anteilig aus den verpassten Songs berechnet.“
„Echt?“
„Ja, aber ich mache heute mal eine Ausnahme, du musst nur den Basispreis bezahlen.“
„Ok … das finde ich nett … glaube ich.“
„Das glaube ich auch.“

Tipps vom Türsteher

Wie man auf jeden Fall in den Club hineinkommt

Oft werde ich ja außerhalb des Kiezes danach gefragt, wie man sich denn am Wochenende wirklich vor einer Tür verhalten soll, wenn man nicht an der Security scheitern, sondern unbedingt in den Club hinein möchte. Nun, da dies offensichtlich noch immer nicht in den schulischen Lehrplänen verankert ist, möchte ihr hier einmal kurz umreißen, wie denn eine „Eintrittsstrategie“ aussehen könnte.

Sobald dein Partypulk in voller Stärke und ordentlich vorgeglüht vor dem Eingang versammelt ist, gilt es sogleich, den Türmann frei nach dem Motto „Gruppenumarmung“ von allen Seiten zu umzingeln, ihm möglichst vielhändig auf die Schultern zu klopfen (ruhig fest zupacken: der Mann ist gut im Training und folglich nicht aus Zucker), an ihm herum zu zerren, mit den Händen vor seinem Gesicht herum zu fuchteln und unbedingt unablässig auf ihn einzureden. Hierbei ist zu beachten, dass ihr sehr dicht an den Türsteher herantretet und so laut wie möglich sprecht, denn schließlich stehen wir hier vor einer Disko oder einer Tanzbar und der gehörgeschädigte Dj gibt in der Regel alles, um auch die angrenzenden Straßen mit dem nötigen Sound zu versorgen.

Erläutert dem Türmann eure Planung für den Abend, singt ihm ein lautes, lallendes Ständchen und lenkt währenddessen von euren Rucksäcken und Citybags ab. Schließlich transportiert ihr als echte Profi-Kiezgänger hierin eure voluminösen Tetrapaks und 1,5-Liter-Colaflaschen mit der speziellen Mische für den Abend. Sollte er aufgrund des Gewichtes und der kantigen Ausbuchtungen eurer Behältnisse stutzig werden, macht das gar nichts: Das Fremdgetränkeverbot gilt heute natürlich nicht. Vor allem nicht für euch.

Einer von Euch sollte jetzt dem Türmann mit feuchter Aussprache erläutern, dass er seinen Job früher auch für viele Jahre ausgeübt hätte (dies funktioniert vor allem dann prächtig, wenn derjenige ganz offensichtlich erst neulich seinen 20sten Geburtstag erlebt hat). Um die Behauptung mit professionellen Taten zu untermauern, stellt man sich vor den Türmann und führt stellvertretend Taschenkontrollen an irgendwelchen Gästen durch, fragt nach Stempeln, beginnt willkürlich zu selektieren und versucht, weibliche Gäste „auf Waffen und Drogen“ abzutasten. Dabei ist es ratsam, den mitgeführten riesigen Tetrapack umherzuschwenken. Macht Euch keine Sorgen, wenn ein wenig von dem Inhalt verschüttet wird: Das Party-Outfit darf ruhig nach exzessiver Feierei aussehen und der Türmann, nun ja, der ist das gewöhnt und außerdem abwaschbar.

Sollte er dennoch Protest einlegen und versuchen, Euren „Türsteher-Profi“ sanft zur Seite zu schieben, erläutert ihm, dass er locker bleiben soll und dass ihr zudem seinen Chef sehr gut kennen würdet.

Sollte Euch von der ganzen Herumhampelei im Eingang übrigens schlecht werden … nun ja, ich erwähnte bereits die Abwaschbarkeit der Türleute. Allerdings kommen echte Profis dem Vomitierungsbedürfnis erst im Club nach: hier gibt es den Tresen, das Dj-Pult; und auch der Fußboden der Toilette eignet sich ganz vorzüglich als Fläche für die Rückwärtsernährung. Apropos Toilette: Wer sich an den Pissoirs anstellt, outet sich unweigerlich als Amateur. Du hast das nicht nötig – die Dinger kann man problemlos auch zu zweit benutzen. Sollten schon einige sachkundige Gäste anwesend sein und die Lücken gefüllt haben, nun: da gibt es eine einfache Lösung – schon mal überlegt, weshalb in jedem Kneipen-Toilettenboden ein Abfluss installiert ist? Siehste, wieder was gelernt!

Aber das ist Zukunftsmusik – noch ist die Situation „Draußen vor der Tür“ nicht gänzlich ausgereizt. Das berühmte Türsteher-Interview fehlt noch: Hierzu muss man dem Securitybeauftragten originelle Fragen stellen. Etwa, ob er die ganze Nacht hier stünde, ob es nicht verdammt kalt sei, wie viel er in etwa verdiene, in welcher Klasse er die Grundschule abgebrochen habe, warum er gerade hier stünde, wo ihm doch dauernd die Tür ins Kreuz oder vors Gesicht donnere oder ob ihm nicht langsam langweilig würde. Denkt bitte dran: Immer schön feucht sprechen, dicht heranrücken und den Türmann regelmäßig anfassen – das hilft ihm, sich besser auf Euch zu konzentrieren. Ihr werdet sehen, so seid Ihr in jedem Club gern gesehene Gäste, die sofort Einlass finden. Eurem spaßigen Abend auf der Partymeile steht nichts mehr im Wege!

Ach, übrigens: erwähnte ich eigentlich, dass sämtliche oben genannten Tipps selbstverständlich nur für die Zeit des Schlagermoves (Hamburg), der Wies’n (München) oder des Karnevals (Köln) gültig sind? Zu allen anderen Gelegenheiten wäre ein solches Verhalten der beste Weg, um sich für den „Darwin Award“ zu bewerben …