Waffen und Drogen

Schöner Türstehen auf dem Hamburger Berg

Jedes Mal, wenn ich Gäste darum bitte, einen Blick in ihre Taschen werfen zu dürfen, wird mir mitgeteilt, dass sich darin außer Drogen und Waffen nichts weiter Besonderes befände.

Schaue ich dann neugierig hinein, finden sich immer bloß benutzte Papiertaschentücher-Knäuel, Billig-Plastikdildos aus’m Kiez-Souvenirshop, leere Kleiner-Feigling-Fläschlein, deren Restinhalt klebrig ins Futter suppt, halboffene Geldbörsen, aus denen schon diebesfreundlich die großen Scheine lugen, die flachen Ersatzschuhe mit der dünnen Glassplitter-Sammelsohle für später, extrastarkes Deo in Familiengebindegröße sowie die obligatorische Dose mit einem ebenso undefinierbaren wie zuckergesättigten Fremdgetränk. Waffen und Drogen? Fehlanzeige.

Ist dieses notorische, zwanghafte Vorbringen von Unwahrheiten schon die postfaktische Welt, in die uns Demagogen und Populisten wie Donald Trump oder die AfD führen wollen?

Oder noch immer der ganz normale, standhaft realitätsverleugnende Geisteszustand des Kiezgastes?

(Tür)man(n) weiß es nicht.

Es bleibt schwierig …

Kindliche Brutalität heute und gestern

Das Wettrüsten ums Kinderzimmer. Lego wird immer brutaler, die Gewaltspirale dreht sich unaufhaltsam. In 30 Prozent aller Lego-Baukästen stecken heute schon Waffen, so eine aktuelle neuseeländische Studie. Ich finde das erschreckend. Als ich klein war, war das ganz anders – damals mussten wir uns die Waffen noch mit viel Fantasie selbst aus den Legosteinen bauen …