Experten der Logistik: Adresse überklebt

DHL – Der Kampf geht weiter

„Das Paket ging an den Versender zurück, da der Empfänger nicht unter der angegebenen Adresse aufzufinden war bzw. die Adresse des Empfängers nicht ermittelt werden konnte. Die Kosten einer Neuversendung gehen zu Lasten des Empfängers.“

Was war passiert?

Nun, bei der Entgegennahme seitens der DHL hatte man den eigenen Kontrollaufkleber direkt auf den Versandaufkleber gepappt. Und zwar so, dass die Straßenangabe des Empfängers überdeckt wurde … 🙄

Der Versender teilt mit, dass er das Paket noch einmal neu schicken werde. Auf eigene Kosten. Mit Kopfschütteln.

DHL – wir scheitern, andere haften

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Effiziente Arbeitsgestaltung

DHL – Der Kampf geht weiter

*dingdong*
„Ja, bitte?“
„Kannst Du Pakät für Müllär (Name geändert. – Die Red.) annähmän?“
„Frau Müller ist im Haus, habe eben gerade mit ihr gesprochen.“
„Abär ist ärstä Stock!“
„Nein, nur das zweite Hochparterre – einfach die drei Stufen da hoch.“
„Ist schön, kann Sie dann bei diär abholän, hat ja dann nicht weit. Dankäsähr!“ Schneller Abgang Bühne links.
„Äh …“

Man muss sich seinen Arbeitsplatz nur effizient gestalten, dann kommt auch kein Stress auf.

DHL – Der Kampf geht weiter

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In der Zenon-Bahn

Unterwegs im ÖPNV. Von Barmbek nach Altona. Die Bahn setzt ihre Weiterfahrt an jeder Haltestelle erst nach mehreren Minuten Stillstand fort. Sammelt wohl Bonuspunkte fürs Verspätungskonto.
Ein Kind mit recht eigentümlichem Geschmack kommentiert die Warterei auf eigene Weise: Es tunkt alle paar Augenblicke den Seifenblasenring ins Seifenblasenbehältnis und lutscht ihn hernach wie einen Lolli genießerisch ab. Kichert vergnügt. Kleine Seifenblasen steigen dabei von ihm auf und wirbeln durch den Waggon.
Wir übrigen Reisenden verharren in stiller Kontemplation, nehmen die langen Stopps als normalen Mobilitätszustand seufzend hin. Fortbewegung ist sowieso nur eine Illusion: Eine Gerade von A nach B besteht aus Punkten. Man kann sich nicht von einem zum anderen bewegen, denn ihre Zahl ist unendlich. Und es ist nicht möglich, an zwei Punkten zugleich zu sein.
Schon Zenon, der alte Vorsokratiker, wusste dies als Paradoxon des ÖPNV zu benennen: „Das Bewegte bewegt sich weder in dem Raume, in dem es ist, noch in dem Raume, in dem es nicht ist.“
Und wieder ertönt das Signal der sich schließenden Türen. Die Bahn indes rührt sich nicht von der Stelle. Wie sollte sie auch, sie kann ja nicht.

Es perlt in Dauerschleife

Nachbarschaftsfest im Innenhof. Feine Sache. Mehrere Pavillons wurden aufgebaut. Es wird gegrillt, viele Leute sind da. Gelächter und Stimmen hallen durchs Häusergeviert. Ein Dj macht Musik. Wenn doch bloß nicht schon drei bis vier Mal hintereinander „Hamburg, mein Perle“ ertönt wäre. Ist einfach nicht so richtig mein Ding, der Song. Jetzt tritt eine Live-Sängerin vors Mikro. Sie ist nicht schlecht. Im Gegenteil, sie beherrscht ihr Handwerk; hat eine weit tragende Stimme. Leider nur ist „Hamburg, meine Perle“ auch live immer noch „Hamburg, meine Perle“ …

Ungerecht herabgesetzt

Schöner Türstehen. „Das is‘ Altersdiskriminierung, sach ma!“, beschwerte sich der junge, weiße, mutmaßlich heterosexuelle männliche Gast mit schwerer, bereits gründlich alkoholeingeweichter Zunge, als ich seinen Ausweis auf Volljährigkeit prüfte. „Ich befürchte, es wird sogar noch schlimmer“, entgegnete ich, „nach dem nächsten höherprozentigen Drink in unserem Club werde ich dich voraussichtlich auch noch trunkenheitsdiskriminieren und ausgrenzend nach Hause schicken.“

Bewerten Sie!

Nein, lieber universeller Algorithmus, ich habe keine Lust, jedes frisch erworbene Paket Toastbrot, jeden Aufenthalt im Fitnessstudio, jeden Gang zur Imbissbude zu bewerten.

Eigentlich möchte ich bloß still an einem See sitzen. Oder am Meer. Aber wahrscheinlich wirst du mich hinterher gleich fragen, wie ich das Wellenerlebnis fand, ob der Sand körnig genug war und wie viele Sterne ich dem Sonnenuntergang verleihe.

Heute Abend stehe ich wieder vor meiner Kieztür. Da kannst du dann die Gäste befragen, die ich wegen sturer Qualmerei im Nichtraucherbereich aus dem Club geleiten werde, wie sie den Rauswurf fanden. Ob er eloquent vonstatten ging, warum er überhaupt stattfand, wo sie doch eigentlich gar nichts gemacht hätten. Zumal die Regeln doch völlig doof sind, in die sie zuvor mit ihrem Betreten der Location eingewilligt hatten.

Von Gästen lernen

Schöner Türstehen. Nachdem ich der bereits nachhaltig ermahnten, hartnäckigen Raucherin im Nichtraucherbereich letzte Nacht einen fürsorglichen Türhinausbringservice angedeihen ließ, reagierte sie konsequent und erteilte mir vorm Eingang ein Hausverbot für den Club.
 
Zum Glück weiß ich dank langjähriger Kiezbesucherbeobachtung ganz genau, was jetzt zu tun ist.
 
Ich werde Sie an ihrem Arbeits-/Studiumsplatz besuchen und über mehrere Stunden vollquatschen. Dabei abwechselnd leugnen, irgendwas gemacht zu haben, Sie als Türnazi(in) beschimpfen, herumheulen, dass Sie voll gemein sei, versuchen einfach an ihr vorbeizumarschieren, ihr den Kaffee wegnehmen, abstreiten, den überhaupt angefasst zu haben, ihr ganz dicht auf die Pelle rücken, dabei erläutern, dass Sie mich nicht anfassen dürfe, wiederholt versuchen, Ihr ins Gesicht zu grapschen, Sie als Gewalttäterin beschimpfen und mit der Polizei drohen, wenn Sie versucht meine Hand wegzuschieben. Ihren Kollegen und Kolleginnen/Kommilitonen und Kommilitoninnen erläutern, dass Sie eine *hier Beleidigung einfügen* sei, Sie mich diskriminieren würde, die Regeln alle scheiße seien, ich Sie selbstverständlich nicht beleidigt hätte, ich hätte schließlich im Gegensatz zu Ihr etwas Ordentliches gelernt, versuchen, mich mit Ihr anzufreunden und, wenn Sie das ablehnte, Sie eine *hier Beleidigung einfügen* sei und unablässig fragen, was ich eigentlich gemacht hätte und entgegnen, ich hätte gar nichts gemacht, bevor Sie antworten kann und Sie voll Kagge sei und was überhaupt Ihr Problem sei. Anschließend räume ich alles ab, was auf ihrem Schreibtisch steht und schreie dabei so laut ich kann herum.
 
Wollen doch mal sehen, ob ich Sie damit nicht von meinem Wohlverhalten überzeugen kann, alles ein Irrtum sei, und sie selbstverständlich mein Hausverbot wieder aufhebt.

Der verschollene Rucksack

Schöner Türstehen (throw back). Da gestern Nacht nur durchweg verhaltensfreundliche Gäste bei uns im Club waren, die sich clever und smart durch die Partynacht bewegten, damit aber leider keinen Ansatz für eine humoristische Nachbetrachtung boten, hier nun ein Dialog-Klassiker aus der Vergangenheit: Der verschollene Rucksack.
 
„Sach ma, bist du der Türmann?“
„Jup, du vermutest richtig. Wie ich befürchte.“
„Mein Rucksack ist weg!“
„Oh, das tut mir leid.“
„Ich habe ihn bei der Garderobe abgegeben und jetzt ist er weg!“
„Du hast ihn bei der Garderobe abgegeben?“
„Ja. Und jetzt ist er nicht mehr da.“
„Du hast deine Marke vorgezeigt und die Garderobenperson konnte ihn nicht finden?“
„Welche Marke?“
„Die Garderobenmarke, die dir bei der Abgabe deines Rucksacks ausgehändigt wurde.“
„Ich habe keine Marke. Hey, mein Rucksack ist weg! Jetzt mach‘ doch mal was!“
„Du bist wirklich ganz sicher, dass du deinen Rucksack bei der Garderobe abgegeben hast?“
„Ja, doch! Ich habe ihn vorhin direkt neben dem Garderobentresen auf dem Boden abgestellt und bin auf dem oberen Floor tanzen gegangen. Und als ich jetzt wieder loswollte, war der Rucksack weg! Das geht doch nicht!“
„Äh …“
„Der stand da vorhin noch und jetzt ist der nicht mehr da. Wer ersetzt mir denn das?“
„Ich fürchte …“
„Und da war außerdem noch ne fast volle Flasche Cola-Korn-Mische drin. Die ist jetzt auch weg! Kannst du dich dazu mal äußern? Du bist doch hier für die Sicherheit und die Gäste verantwortlich!“
„Nun, genau das ist oft mein Problem …“
 
Es bleibt schwierig …
 

Saubere Sache

Schöner Türstehen an lauen Sommerabenden
Bierbrauerei-Festtage mit anschließender Aftershow auf dem Hamburger Berg bei T-Shirt-Temperaturen übersteigen definitiv das Fassungsvermögen vieler Kiez-Neulinge: Überall sind junge Feiereinsteiger beim Ritual der ruckartigen Verbeugung zu erleben, die dem schwungvollen Rückwärtstrinken vorausgeht, bei dem ein langer Partytag zur traditionellen Dokumentation auf dem Trottoir ausgebreitet wird.
 
Als Gästebetreuungsprofis mit langjähriger Erfahrung bringen die diensthabenden Türsteher nun sogleich ihre vorbereiteten Nachspülmittel-Eimer großzügig gegen die Spuren der künstlerischen Straßenpizzabäcker-Performance zum Einsatz. Wohlriechend steigen die Seifendüfte empor in die laue Abendluft. Die bunten Lichter der Bars und Clubs spiegeln sich geheimnisvoll schillernd hier und da in den Lachen und Pfützen. In die stampfende Beschallung aus den weit offenen Eingängen der Bars und Kneipen mischt sich ein fröhliches Rauschen und Plätschern ablaufenden Wassers. Ein Hauch maritimen Flairs entsteht.
 
Hier und da wird ein Gast, der sich zuvor zur regenerierenden Meditation auf dem Gehsteig niedergelassen hatte, von der reinigenden Seifenbrandung mit in den Rinnstein gespült. Von Kennern als Partymaschinen-Kurzwaschgang hoch geschätzt, ermöglicht dieser Gesamtvorgang eine vollständige Säuberung des Gästekörpers. Innerlich wie äußerlich.
 
Frisch gereinigt verharrt der Bergbesucher dann geduldig im Rinnstein, bis er nach vollständiger Durchtrocknung erfrischt am Feiergeschehen teilnehmen kann. Die Freude ist groß, die Kleidung nun unifarben.
 
Es ist ein sommerliches Wochenende auf dem Hamburger Berg. Und wieder einmal wird allen Party-Elementen – den flüssigen wie den festen – gründlich und enthusiastisch gehuldigt.
 
Eine rundum saubere Sache.

Wandelnde Datenerhebung

Schöner Türstehen in gesicherten Zeiten

„n’Abend!“
„n’Abend.“
„Schon was los bei euch?“
„Geht so. Alle wohl noch im Park beim Grillen.“
„Is‘ wohl so. Da ist auch noch so’n „Umsonst & Draußen-Festival“ an der Elbe.“
„Ach deswegen ist der Hamburger Berg so leer.“
„Jo.“
„Man steckt nicht drin.“
„Ich geh‘ dann mal rein. Soll ich Dir was an die Tür bringen? Cola, oder so?“
„Nee, alles gut. Ich hab‘ noch. Danke.“
„Na denn.“
„Ich kann dich aber leider nicht mehr in den Club lassen.“
„Was? Wieso das denn?“
„Du bist doch der mit dem fotografischen Gedächtnis, oder?“
„Ja, aber …“
„Das ist leider nach der neuen Datenschutzgrundverordnung ein Problem. Jedesmal, wenn du Leuten begegnest, mit ihnen sprichst oder sie nur ansiehst, speicherst du alle Umstände – Uhrzeit, Ort, Kleidung, Zustand, andere Gesprächsteilnehmer, was gesprochen wurde und so weiter – für den Rest deines Lebens ab. Jederzeit abrufbar. Man muss dich nur fragen. Du bist damit quasi eine wandelnde Datenerhebung. Völlig verboten nach der DSGVO. Und die ist seit heute in Kraft.“
„Ja aber, ich habe doch diese Formulare hier dabei. Vom Hamburger Amt für Datenschutz downgeloadet! Jedem, dem ich über den Weg laufe, gebe ich eines in die Hand, lasse es ihn durchlesen und mir das Einverständnis der Gedächtnisspeicherung quittieren – da bin ich ganz auf der sicheren Seite. Die Formulare beglaubigen mich sozusagen amtlich.“
„Achso, na, das ist natürlich etwas vollkommen anderes. Hast du denn genug von diesen Dokumenten dabei?“
„Habe heute Nachmittag ein ganzes Papierpaket von McPaper durch den Drucker gejagt. Guck, hier im Rucksack.“
„Alles klar! Gib mir doch bitte auch gleich mal ein Exemplar.“
„Gerne.“
„Hast du auch nen Stift?“
„Sicher! Daran soll mein Abend ja nicht scheitern.“
„Da sagst du was. Sicherheit geht vor.“