Saubere Sache

Schöner Türstehen an lauen Sommerabenden
Bierbrauerei-Festtage mit anschließender Aftershow auf dem Hamburger Berg bei T-Shirt-Temperaturen übersteigen definitiv das Fassungsvermögen vieler Kiez-Neulinge: Überall sind junge Feiereinsteiger beim Ritual der ruckartigen Verbeugung zu erleben, die dem schwungvollen Rückwärtstrinken vorausgeht, bei dem ein langer Partytag zur traditionellen Dokumentation auf dem Trottoir ausgebreitet wird.
 
Als Gästebetreuungsprofis mit langjähriger Erfahrung bringen die diensthabenden Türsteher nun sogleich ihre vorbereiteten Nachspülmittel-Eimer großzügig gegen die Spuren der künstlerischen Straßenpizzabäcker-Performance zum Einsatz. Wohlriechend steigen die Seifendüfte empor in die laue Abendluft. Die bunten Lichter der Bars und Clubs spiegeln sich geheimnisvoll schillernd hier und da in den Lachen und Pfützen. In die stampfende Beschallung aus den weit offenen Eingängen der Bars und Kneipen mischt sich ein fröhliches Rauschen und Plätschern ablaufenden Wassers. Ein Hauch maritimen Flairs entsteht.
 
Hier und da wird ein Gast, der sich zuvor zur regenerierenden Meditation auf dem Gehsteig niedergelassen hatte, von der reinigenden Seifenbrandung mit in den Rinnstein gespült. Von Kennern als Partymaschinen-Kurzwaschgang hoch geschätzt, ermöglicht dieser Gesamtvorgang eine vollständige Säuberung des Gästekörpers. Innerlich wie äußerlich.
 
Frisch gereinigt verharrt der Bergbesucher dann geduldig im Rinnstein, bis er nach vollständiger Durchtrocknung erfrischt am Feiergeschehen teilnehmen kann. Die Freude ist groß, die Kleidung nun unifarben.
 
Es ist ein sommerliches Wochenende auf dem Hamburger Berg. Und wieder einmal wird allen Party-Elementen – den flüssigen wie den festen – gründlich und enthusiastisch gehuldigt.
 
Eine rundum saubere Sache.

Melanchometeorologie

Es ist ein weitverbreiteter Irrtum, dass es in Hamburg ständig regne. Es gibt etliche andere Orte in Deutschland mit signifikant höherer Niederschlagsmenge.
Man denkt in Hamburg bloß, das Wetter wäre dauernd mies, weil der Himmel immer grau ist. Ok, trist ist es daher natürlich trotzdem, aber eben bedeutend häufiger trocken-trist als nass-trist.
Ein kleiner, aber feiner Unterschied.

Hinüberregnen: Von Winterklamm zu Pinkelnebel

Heute ist Frühlingsbeginn. Sehr gut am Fröhlicheffekt des Regens zu erkennen, der zur Verdeutlichung dieses Phänomens glücklicherweise seit mehreren Tagen unterbrechungsfrei auf uns herabrieselt. Mit dem einsetzenden Frühlingsanfang ändert der Himmelsurin sowohl Farbe wie Temperatur – seine Anmutung wechselt von kaltem Wintergrau zu wärmerem Nebelgelb; die ganze Stimmungslage wirkt unvermittelt vergnügter, lebensbejahender. Auch scheinen die Tropfen, individuell betrachtet, weicher zu fallen. Man glaubt, weniger nass zu werden. Dies ist natürlich ein rein subjektiver Trugschluss. Aber ein tröstlicher. Irgendwie.

Witterung aktuell


Frankfurt am Main.
Hinweis des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) in Sachen „Eisregen-Glätte“. Nach einem jüngst erfolgten, überregionalen Beschluss mehrerer sportmeteorologischer Gremien sind nun auch für den Winter 2017 die geltenden Regeln des internationalen Ringerverbandes maßgeblich.
Das heißt in der Praxis, wer etwa heute bei akuter Eisregenglätte ausrutscht, entgleitet, bar jeglicher Würde zu Boden pirouettiert oder sich sonstwie mit oder ohne mitgeführte Einkaufstüten in den eisigen Untergrund mault, hat den Kampf mit den Unbilden der kalten Jahreszeit erst dann verloren, wenn beide Schultern gleichzeitig den Boden berühren.
Eine Limitierung der Rundenzahl oder der Austragungszeit je Partie gibt es nicht. Ebenfalls wird auf eine Gewichtsklasseneinteilung sowie jedwelche Begrenzung des Spielfelds verzichtet.