Themenwoche Gerechtigkeit

Der NDR bat im Rahmen einer Themenwoche um Antworten rund um „Gerechtigkeit“. Auch ich durfte Rede und Antwort stehen.

ARD Themenwoche „Gerechtigkeit“

Expedition ins Unbekannte

DHL – Der Kampf geht weiter

„Zugestellt an: Nachbar, Hanse, 22309 Hamburg.“

Bisweilen kann es nicht schaden, die eigenen detektivischen Fähigkeiten abzurufen, wenn man es mit der DHL zu tun hat. Zum Beispiel beim Auffinden des Lagerungsortes, an den das Paket statt der eigenen Hausadresse geliefert wurde.

Meine Recherchen ergaben: Es existieren 14 Haushalte mit diversen Variationen des Namens „Hanse“ im Postleitzahlbereich 22309. Nun, gut ausgerüstet mit Trinkwasser- und Lebensmittelvorräten sowie festem Schuhwerk werde ich mich dann mal auf die Such- und Finde-Expedition begeben und alle abklappern.

DHL – Der Kampf geht weiter

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Radio-Interview

Link zu N-JOY

Jörg Thadeusz hat mich neulich rund um die Themenlage des Nachtlebens und der Türsteherei interviewt. Heute Abend um 21 Uhr wird es ausgestrahlt. Allerdings kann man es aber auch bei Interesse in der Mediathek hören.  #thadeusz #türstehen #JörgThadeusz #ViktorHacker #ZeitfürZorn #njoy #n-joy

In den Untiefen des Alltags

Generationszwangswechsel
 
„Für den Preis von drei Brötchen kannst Du auch fünf haben.“ „Nein, danke, nett von Ihnen, aber ich möchte nur drei.“ „Ist aber derselbe Preis.“ „Nein, wirlich – drei reichen mir völlig. Die anderen beiden würde ich höchstwahrscheinlich hinterher wegwerfen.“ „Ich wollt’s Dir ja nur anbieten. Aber, wer nicht will, der hat schon.“ „Ja. Drei. Und die sind genug.“
 
Es ist ja nicht diese penetrante Aufforderung zur Völlerei, die mich bereits am frühen Morgen irritiert. Vielmehr dieses ungewohnte Duzen. Kaum habe ich mich widerstrebend daran gewöhnt, überall gesiezt zu werden, schon scheine ich in den nächsten, finalen Lebensabschnitt eingetreten zu werden. Der Generationswechsel wird von außen, von anderen definiert. Eben noch eigenverantwortlich als Herr über das eigene Leben am Backwarenerzeugnistresen stehend, steigt ein unbehagliches Gefühl in mir auf: Was folgt in Kürze? Die Altersentmündigung und Zwangsabschiebung ins Pflegeheim? Ich glaube, ich schaffe heute nur ein einziges Brötchen. Und dazu ein mit zusätzlichem Wasser verdünnter, entkoffeinierter Jakobskaffee …

Experten der Logistik: Adresse überklebt

DHL – Der Kampf geht weiter

„Das Paket ging an den Versender zurück, da der Empfänger nicht unter der angegebenen Adresse aufzufinden war bzw. die Adresse des Empfängers nicht ermittelt werden konnte. Die Kosten einer Neuversendung gehen zu Lasten des Empfängers.“

Was war passiert?

Nun, bei der Entgegennahme seitens der DHL hatte man den eigenen Kontrollaufkleber direkt auf den Versandaufkleber gepappt. Und zwar so, dass die Straßenangabe des Empfängers überdeckt wurde … 🙄

Der Versender teilt mit, dass er das Paket noch einmal neu schicken werde. Auf eigene Kosten. Mit Kopfschütteln.

DHL – wir scheitern, andere haften

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Effiziente Arbeitsgestaltung

DHL – Der Kampf geht weiter

*dingdong*
„Ja, bitte?“
„Kannst Du Pakät für Müllär (Name geändert. – Die Red.) annähmän?“
„Frau Müller ist im Haus, habe eben gerade mit ihr gesprochen.“
„Abär ist ärstä Stock!“
„Nein, nur das zweite Hochparterre – einfach die drei Stufen da hoch.“
„Ist schön, kann Sie dann bei diär abholän, hat ja dann nicht weit. Dankäsähr!“ Schneller Abgang Bühne links.
„Äh …“

Man muss sich seinen Arbeitsplatz nur effizient gestalten, dann kommt auch kein Stress auf.

DHL – Der Kampf geht weiter

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In der Zenon-Bahn

Unterwegs im ÖPNV. Von Barmbek nach Altona. Die Bahn setzt ihre Weiterfahrt an jeder Haltestelle erst nach mehreren Minuten Stillstand fort. Sammelt wohl Bonuspunkte fürs Verspätungskonto.
Ein Kind mit recht eigentümlichem Geschmack kommentiert die Warterei auf eigene Weise: Es tunkt alle paar Augenblicke den Seifenblasenring ins Seifenblasenbehältnis und lutscht ihn hernach wie einen Lolli genießerisch ab. Kichert vergnügt. Kleine Seifenblasen steigen dabei von ihm auf und wirbeln durch den Waggon.
Wir übrigen Reisenden verharren in stiller Kontemplation, nehmen die langen Stopps als normalen Mobilitätszustand seufzend hin. Fortbewegung ist sowieso nur eine Illusion: Eine Gerade von A nach B besteht aus Punkten. Man kann sich nicht von einem zum anderen bewegen, denn ihre Zahl ist unendlich. Und es ist nicht möglich, an zwei Punkten zugleich zu sein.
Schon Zenon, der alte Vorsokratiker, wusste dies als Paradoxon des ÖPNV zu benennen: „Das Bewegte bewegt sich weder in dem Raume, in dem es ist, noch in dem Raume, in dem es nicht ist.“
Und wieder ertönt das Signal der sich schließenden Türen. Die Bahn indes rührt sich nicht von der Stelle. Wie sollte sie auch, sie kann ja nicht.

Es perlt in Dauerschleife

Nachbarschaftsfest im Innenhof. Feine Sache. Mehrere Pavillons wurden aufgebaut. Es wird gegrillt, viele Leute sind da. Gelächter und Stimmen hallen durchs Häusergeviert. Ein Dj macht Musik. Wenn doch bloß nicht schon drei bis vier Mal hintereinander „Hamburg, mein Perle“ ertönt wäre. Ist einfach nicht so richtig mein Ding, der Song. Jetzt tritt eine Live-Sängerin vors Mikro. Sie ist nicht schlecht. Im Gegenteil, sie beherrscht ihr Handwerk; hat eine weit tragende Stimme. Leider nur ist „Hamburg, meine Perle“ auch live immer noch „Hamburg, meine Perle“ …

Ungerecht herabgesetzt

Schöner Türstehen. „Das is‘ Altersdiskriminierung, sach ma!“, beschwerte sich der junge, weiße, mutmaßlich heterosexuelle männliche Gast mit schwerer, bereits gründlich alkoholeingeweichter Zunge, als ich seinen Ausweis auf Volljährigkeit prüfte. „Ich befürchte, es wird sogar noch schlimmer“, entgegnete ich, „nach dem nächsten höherprozentigen Drink in unserem Club werde ich dich voraussichtlich auch noch trunkenheitsdiskriminieren und ausgrenzend nach Hause schicken.“

Bewerten Sie!

Nein, lieber universeller Algorithmus, ich habe keine Lust, jedes frisch erworbene Paket Toastbrot, jeden Aufenthalt im Fitnessstudio, jeden Gang zur Imbissbude zu bewerten.

Eigentlich möchte ich bloß still an einem See sitzen. Oder am Meer. Aber wahrscheinlich wirst du mich hinterher gleich fragen, wie ich das Wellenerlebnis fand, ob der Sand körnig genug war und wie viele Sterne ich dem Sonnenuntergang verleihe.

Heute Abend stehe ich wieder vor meiner Kieztür. Da kannst du dann die Gäste befragen, die ich wegen sturer Qualmerei im Nichtraucherbereich aus dem Club geleiten werde, wie sie den Rauswurf fanden. Ob er eloquent vonstatten ging, warum er überhaupt stattfand, wo sie doch eigentlich gar nichts gemacht hätten. Zumal die Regeln doch völlig doof sind, in die sie zuvor mit ihrem Betreten der Location eingewilligt hatten.