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Doppeldoof bei Famila

Expeditionen in den Großstadtdschungel

Just den Kassiervorgang hinter mich gebracht habend schiebe ich meinen Einkaufswagen vorbildlich zügig vom Warenauslauf weg. Weitab von nachrückenden Kund:innen beginne ich mit dem Verstauen meiner Beute.

Werde zweier Polizisten gewahr, die sich den Weg zum Ort Ihres Einsatzes erfragen: Ein Kunde an einer anderen Kasse zeigte sich gesichtsbedeckungstechnisch hart nackig und beratungsresistent.

Wie sich im Zuge der Ermittlungsdiskussion dann zufällig herausstellt – die Beamten wollten ihn noch gnädig seinen Einkauf zu Ende bringen lassen, bevor er des Marktes verwiesen wird -, erweisen sich seine Zahlungsmittel als Falschgeld.

Nun, wenn man es schon darauf anlegt, zum Honk des Tages ernannt zu werden, dann auch richtig. Mit Anlauf. Und als unbesiegbarer Geistesriese.

Es bleibt schwierig …

Expeditionen in den Großstadtdschungel

Barmbek-Nord. Mit zwar sehr vereinzelten, aber dennoch vorhandenen Ostblockböller-Explosionen hält man hier im „Ich arbeite(r) nicht an mir“-Viertel die working class-Fahne standhaft hoch. Es gibt sie noch: die verlässlichen Faktoren in unserer sich sehr verändernden Zeit.

Zugegeben: das zaghafte Knallen hat bei Weitem nicht die Kriegsschauplatzdimension vergangener Jahre, aber immerhin wird an der Detonations-Tradition festgehalten, solange noch Finger an der Hand sind.

Schließlich möchte man auch den Übergang von 2020 nach 2021 mit einem guten Rutsch in die Notaufnahme zelebrieren. Wie heißt es so schön im Plattdeutschen: Wat mutt, dat mutt. 🥳

Reißfestigkeitsgrenzwert

Expeditionen in den Großstadtdschungel

Lebensmitteleinkauf für die gesamten festlichen Tage im Freizeitpark für distanzlose Senioren aka „Supermarkt“ – oder: Wenn die XL Ikea-Panzer-Plastetüte zu Ihrem eigenen großen Erstaunen feststellen muss, dass auch Sie eine Belastungsgrenze hat. Und dies mit nie gehörtem Knirschen panisch kundtut. Indes: Sie hält bruchlos durch und darf jetzt wie die umrentnernden* Vielfaltigen in den verdienten Ruhestand gehen.

*© Liz Vegas

„Alarm! Alarm!“

DHL – Der Kampf geht weiter

„Alarm! Alarm!“

Ihr lieben Schelme von der DHL, wir haben hier im Haus sehr laute old school-Türklingeln. Wobei, Klingeln ist nicht ganz der richtige Ausdruck; die Türöffnungswunsch-Geräuschemitter imitieren sehr detailliert den Signalton des U96 U-Boots beim Alarmtauchen, wenn britische Zerstörer plötzlich im Periskop erscheinen, schon sehr nah mit schäumender Bugwelle heranrauschen und bereits die ersten Wasserbomben fliegen.

Ich höre also äußerst genau, ob Ihr schon versucht habt, bei den Nachbarn aus den oberen Stockwerken zu klingeln, bevor Ihr mich in einen panischen Adrenalinrausch versetzt, um mich darüber in Kenntnis zu setzen, dass ich ein Paket in Verwahrung nehmen soll.“Nachbar nicht da“, ist also nur eine Vermutung eurerseits, keine empirische Erfahrung.

Aalglattes Lügen möchte ich Euch hier nicht unterstellen, aber Ihr könntet wenigstens versuchen, zu überprüfen, ob der Gang in den zweiten, dritten oder gar vierten Stock nicht doch lohnenswert wäre. Nicht wahr, Ihr schlitzohrigen Filous?

DHL – Der Kampf geht weiter

#DHL#DHL_derKampfgehtweiter#alarmtauchen

„Fofftein!“

Das Gute an den Fassadenarbeiten an meinem Wohnhaus ist ja, dass Bauarbeiter und ihre Bohrhämmer sehr oft Pause machen müssen. Dann habe ich zwischendurch immer wieder einmal rund 15 Minuten lang Zeit für Sprachaufnahmen. Andererseits mache ich mir so langsam Sorgen bezüglich der strukturellen Integrität der Gebäudewand – ich frage mich, wie viele Löcher verträgt eine Mauer, bevor sie mit einem hässlichen Geräusch zusammensackt? Wie lange kann ein Schweizer Käse ein Dach stützen? Nun, ich werde es wohl oder übel herausfinden, da ich dem Experiment ja live beiwohnen darf. 😁🤓

Expeditionen in den Großstadtdschungel

An der Freiberuflerfront: Präzise Auftraggeber

„Herr Hacker, wir benötigen mal wieder Ihre stimmlichen Fähigkeiten.“
„Sehr gern.“
„Wie Sie sich ja sicherlich erinnern, haben Sie vor vier Jahren einen Werbespot für unsere Software eingesprochen. Dort haben Sie die Wörter „und“, „auch“ sowie „zudem“ so schön betont. Genau das brauchen wir wieder.“
„Ok …“
„Allerdings sollte das „und“ mehr wie im Auftrag von vor sechs Jahren klingen.“
„Äh …“
„Ja, und die Wörter „auch“ und „zudem“ so wie in dem E-Learning-Projekt von vor drei Jahren. Geht das?“
„Nun, in diesem Fall möchte ich Ihnen lieber eine Regie-Schalte anbieten.“
„Nein, nein, das ist bestimmt nicht nötig, damals hat das doch auch geklappt, als ich Sie bat, in die Wörter „hier“ und „umgehend“ mehr, äh, Blau reinzubringen.“
„Nun … ich möchte Ihnen wirklich dringend die Regie-Schalte ans Herz legen.“
„Sie müssen doch lediglich noch einmal in die alten Aufnahmen reinhören. Dann wird das deckungsgleich.“
„Ihnen ist schon klar, dass sich Stimmen im Laufe der Zeit durchaus verändern, oder?“
„Das glaube ich nicht. Sie machen das schon.“
„Ich ahne bereits, das werden ungefähr zehn Durchläufe …“
„Wie meinen Sie?“
„Ach, nichts. Alles gut.“
„Schaffen Sie das in der nächsten Stunde?“
„Du liebe Güte.“
„Wie?“
„Nix. Alles fein. Ganz normaler Freiberufleralltag.“
„Ach, und könnten Sie bitte die Wörter „auch“ und „zudem“ so leicht englisch anhauchen? Nur ganz leicht?“
„Herrje, wo habe ich nur wieder meine Toffees hingelegt.“
„Bitte?“
„Nichts. Alles gut.“

Fliegzeugträger

Ich mag den Sommer. Es ist schön warm, es gibt viel Licht und viele Farben. Das ist meine Lieblingsjahreszeit. Indes ist der Sommer auch die Zeit, in der immer Fliegen aufsteigen, wenn man leichtfertig den Mülleimer öffnet. Gern diese kleinen unangenehmen Drosophilidae aka Fruchtfliegen. Die gesellen sich dann zu dem großen Brummer, der sich gerade dadurch verdient macht, dass er stets dann in meinem Aufnahmeraum herumrandaliert, wenn ich ins Mikro hineinzusprechen beginne. Versuche ich, ihn zu verjagen, ist er stets verschwunden und nicht auffindbar. Stealthmodus. Gibt es eigentlich so kleine, automatische Flugabwehrgeschütze, die man im Studio aufstellen kann?

Knurren, gurgeln und alles mumpfig

Viktor hat so seine ganz eigenen Problemchen mit dem Home-Office …

Und dann sitzt Du da in Deinem kleinen heimischen Tonstudio. Der Text ist bestens vorbereitet, das Mikro ordentlich eingepegelt und willst loslegen. Du setzt zu sprechen an und in Deinen Ohren ertönt ein infernalisches Magenknurren. Du nimmst Nahrung auf. Platzierst Dich wieder vorm Aufnahmerohr. Alles auf Anfang. Indes: Jetzt rappeln penetrante Gluckergeräusche in Deine Kopfhörer. Der Mensch: Ein stetiges Opfer seines eigenen Stoffwechels. Nach zwei Stunden des Wartens, nützlich angefüllt mit einem kurzen Supermarktbesuch: Nichts mehr zu hören. Erneuter Versuch. Kein Knurren, kein Gluckern. Allerdings nur dumpfige, mumpfige Sprechergebnisse. Irgendwann fällt Dir auf: Du hast noch immer die verdammte Maske auf! Und der festgezurrte Knoten lässt sich leider nicht lösen.

Es bleibt schwierig …

Handballtraining im Homeoffice

DHL – Der Kampf geht weiter

*Ding-Dong* – die Post ist da. Der DHL-Bote, ein sportlicher, dynamischer Bursche, wirft mir aus vier Metern Entfernung das Paket zu. Der mittelgroße Pappquader segelt in einer vorbildlichen ballistischen Kurve durch die Treppenhausluft, ich spreize die Finger, bilde einen Trichter, die Daumen zeigen in einem 45°-Winkel zueinander. Kaum ist der Kontakt zum Karton hergestellt, ziehe ich die Hände mit der Wurfsendung zum Körper, sichere sie. Übung geglückt. Zum Glück habe ich in meiner Jugend mal Handball gespielt. Die Sporteinheit des Tages ist erledigt.

War gar nicht schwierig … 😁