Pfiffige Hundehaltung

Expeditionen in den Großstadtdschungel

Liebe Hundehalterin, ich finde es ganz wunderbar, dass Sie bei Ihren täglichen Gassigängen auf dem kleinen Weg zwischen meinem Wohnzimmer und dem niedlichen Gehölz auf der anderen Seite inzwischen sehr darauf achten, die Tretminen Ihres vierbeinigen Lebensabschnittsgefährten nicht mehr zur freudigen haptischen Entdeckung anderer Flaneure offen liegenzulassen, sondern diese mit adäquaten Hundebeuteln zu entsorgen.

Zumal Sie darauf achten, dass die Beutel gut verknotet sind, bevor Sie selbige mit Verve ins Gehölz werfen. Denn nur so wird der wertvolle Inhalt schließlich zuverlässig vor Verrottung geschützt.

Doch das geht womöglich noch besser: Haben Sie eventuell schon einmal darüber nachgedacht, die Plastikbeutel vor dem Verlassen Ihrer Wohnstatt direkt an entsprechender Vierbeineröffnung zu befestigen? Diese fielen dann nach Befüllung seitens des caninen Familienmitglieds automatisch ab und blieben als künstlerische Installationen auf dem Gehweg liegen. Nebeneffekt: Durch die nichtverschlossene, obere Öffnung der Tüten hätten wirbellose Stadtnaturbewohner wie etwa Fliegen oder Käfer dann die Möglichkeit zur Eiablage. Mit der Folge eines wirklich lebendig und beweglich werdenden Gesamtkunstwerks.

Das hätte doch was.

Im Supermarkt

Expeditionen in den Großstadtdschungel


Ich bin ein großer Befürworter der neuen „Selbstbedienungskassen“ im Supermarkt. Man kann zügig seinen Kram bezahlen, ohne dass einem wieder irgendeine Popo-Fiedel, die vor statt korrekt hinter ihrem Einkaufswagen stehend in den Nacken atmend auf den Leib rückt. Ist schnell und lebenszeitfreundlich wieder raus.

Doch nun haben die stur technikignoranten Senioren diese Kassen auch für sich entdeckt. Mit der Folge: Alles dauert wieder genauso lange wie zuvor bei den herkömmlichen Laufbandkassen. Sie tippen sinnlos auf dem Display herum, versuchen, die Radieschen einzeln statt als Bund einzugeben. Stopfen, nachdem sie „Kartenzahlung“ eingegeben haben, ihre Geldscheine in den Münzeinwurf. Und hängen einem nackenbeatmend vor ihrem Wagen stehend im Millimeterabstand auf der Pelle, sollte man versehentlich vor ihnen dran sein.

Warum gibt es keine speziellen Seniorenkassen bestückt mit enkel- oder enkelinartigem Personal? Die sich auch gern auf einen ausführlichen Plausch über das Wetter oder den „früher viel besser schmeckenden Käse“ einlassen, während sich die dahinter stauende Kundenschlange schon weit bis an den Horizont des Einkaufsraums erstreckt? Dort könnten sie sich auch – wie es nunmal ihre Art ist – gegenseitig in der Warteschlange zu überholen versuchen. Oder sich seniorenartig die Einkaufswagen gegenseitig in die Hacken rammen.

Dort dürften sich dann ebenfalls die anderen Lebenszeitdiebe – unbegleitete Männer mittleren Alters ohne Einkaufsverstand, Mütter mit XL-SUV-Kinderwagen oder lärmende Digga/Diggarienen mit Cola- und Korneinzelflaschenkauf – einreihen.

Die Welt wäre so viel schöner und friedlicher. Und zügiger! 😁

Im Supermarkt: Silvestervorbereitung 2018

Ganz im Zeichen der Tradition türmen sich zahlreiche Vertreter des Echtfellkragen-Proletentums zu imposanten Konsumentengebirgen vor den üppigen Auslagen des Feuerwerk-Büfetts.

Angesichts dieses ganzhaarigen Intelligenzauflaufs decken sich die haupt- und ehrenamtlichen Ersthelfer der verschiedenen Rettungsdienste ebenfalls dem Brauchtum gemäß großzügig mit Verbandsmaterial ein.

Der Jahreswechsel kann kommen.

Von Phantom zu Phantom

DHL – Der Kampf geht weiter

Warum stapft der DHL-Mann mit meinem Paket in den dritten Stock, um es alternativ bei Nachbarn zu deponieren, die so gut wie nie zu Hause sind? Ist das eine spezielle „Von Phantom zu Phantom“-Auslieferer-Superkraft? Sein Stealth-Modus, mit dem er an meiner Parterre-Wohnung vorbei gelangte, ist auf jeden Fall für sich schon beeindruckend.

Versuche bereits seit drei Tagen mehrfach täglich zu unterschiedlichen Zeiten in den Besitz meiner Sendung zu gelangen. Erfolglos.

Nun, immerhin habe ich jetzt zwei Hermes-Pakete für die Geistermitbewohner in die Hand gedrückt bekommen. Vielleicht motiviert sie das zu einem Paketgeisel-Austausch. 😀

DHL – Der Kampf geht weiter

#dhl #dhl_derkampfgehtweiter #geisternachbarn #stealthmodus

Privatpostamt für Treppenvermeider

DHL – Der Kampf geht weiter

Heiligabend rückt näher, die Weihnachtszeit schaltet einen Gang höher, der Ruderschlag-Rhythmus der Besinnlichkeit nähert sich der Rammgeschwindigkeit.
Sehr gut am anschwellenden Paketaufkommen der Nachbarn zu messen. Die DHL-Boten geben sich die Klinke meiner Hochparterre-Wohnung in die Hand und es stapeln sich bereits neun Pakete für die Hausmitbewohner in meinem Wohnungsflur.
Der Paketstau ist indes recht ungewöhnlich – in der Regel sorgt die Ersatzlieferung an mich für viel Bewegung im Objekt: Etwa zehn Minuten nach Abgabe bei mir erscheint normalerweise der betreffende, zwischenzeitlich per SMS über die Nachbarschaftslieferung informierte Mieter aus den oberen Stockwerken und holt seine Sendung ab.
Sind wohl alle schon auf Weihnachtsurlaub.
Eventuell sollte ich vorbeugend schon einmal meine Sachen aus der Wohnung räumen, um Lagerplatz zu schaffen …

Barmbek ist pfiffig

DHL – Der Kampf geht weiter

Schön: Wenn dein Nachbar das an dich gerichtete Paket annimmt.
Pfiffig: Wenn er dann direkt im Anschluss, noch am selben Tag, für drei Wochen in den Urlaub fährt*.
🤔🙄😅

(*Eine Nachbarin klärte mich nach dem dritten Klingelversuch über den Abwesenheitssachverhalt auf.)

DHL – Der Kampf geht weiter

Expedition ins Unbekannte

DHL – Der Kampf geht weiter

„Zugestellt an: Nachbar, Hanse, 22309 Hamburg.“

Bisweilen kann es nicht schaden, die eigenen detektivischen Fähigkeiten abzurufen, wenn man es mit der DHL zu tun hat. Zum Beispiel beim Auffinden des Lagerungsortes, an den das Paket statt der eigenen Hausadresse geliefert wurde.

Meine Recherchen ergaben: Es existieren 14 Haushalte mit diversen Variationen des Namens „Hanse“ im Postleitzahlbereich 22309. Nun, gut ausgerüstet mit Trinkwasser- und Lebensmittelvorräten sowie festem Schuhwerk werde ich mich dann mal auf die Such- und Finde-Expedition begeben und alle abklappern.

DHL – Der Kampf geht weiter

#dhl #dhl_derkampfgehtweiter #expeditioninsUnbekannte

In den Untiefen des Alltags

Generationszwangswechsel
 
„Für den Preis von drei Brötchen kannst Du auch fünf haben.“ „Nein, danke, nett von Ihnen, aber ich möchte nur drei.“ „Ist aber derselbe Preis.“ „Nein, wirlich – drei reichen mir völlig. Die anderen beiden würde ich höchstwahrscheinlich hinterher wegwerfen.“ „Ich wollt’s Dir ja nur anbieten. Aber, wer nicht will, der hat schon.“ „Ja. Drei. Und die sind genug.“
 
Es ist ja nicht diese penetrante Aufforderung zur Völlerei, die mich bereits am frühen Morgen irritiert. Vielmehr dieses ungewohnte Duzen. Kaum habe ich mich widerstrebend daran gewöhnt, überall gesiezt zu werden, schon scheine ich in den nächsten, finalen Lebensabschnitt eingetreten zu werden. Der Generationswechsel wird von außen, von anderen definiert. Eben noch eigenverantwortlich als Herr über das eigene Leben am Backwarenerzeugnistresen stehend, steigt ein unbehagliches Gefühl in mir auf: Was folgt in Kürze? Die Altersentmündigung und Zwangsabschiebung ins Pflegeheim? Ich glaube, ich schaffe heute nur ein einziges Brötchen. Und dazu ein mit zusätzlichem Wasser verdünnter, entkoffeinierter Jakobskaffee …

Effiziente Arbeitsgestaltung

DHL – Der Kampf geht weiter

*dingdong*
„Ja, bitte?“
„Kannst Du Pakät für Müllär (Name geändert. – Die Red.) annähmän?“
„Frau Müller ist im Haus, habe eben gerade mit ihr gesprochen.“
„Abär ist ärstä Stock!“
„Nein, nur das zweite Hochparterre – einfach die drei Stufen da hoch.“
„Ist schön, kann Sie dann bei diär abholän, hat ja dann nicht weit. Dankäsähr!“ Schneller Abgang Bühne links.
„Äh …“

Man muss sich seinen Arbeitsplatz nur effizient gestalten, dann kommt auch kein Stress auf.

DHL – Der Kampf geht weiter

#dhl #dhl_derKampfgehtweiter #dhlpaket #effizienteArbeitsethik

Es perlt in Dauerschleife

Nachbarschaftsfest im Innenhof. Feine Sache. Mehrere Pavillons wurden aufgebaut. Es wird gegrillt, viele Leute sind da. Gelächter und Stimmen hallen durchs Häusergeviert. Ein Dj macht Musik. Wenn doch bloß nicht schon drei bis vier Mal hintereinander „Hamburg, mein Perle“ ertönt wäre. Ist einfach nicht so richtig mein Ding, der Song. Jetzt tritt eine Live-Sängerin vors Mikro. Sie ist nicht schlecht. Im Gegenteil, sie beherrscht ihr Handwerk; hat eine weit tragende Stimme. Leider nur ist „Hamburg, meine Perle“ auch live immer noch „Hamburg, meine Perle“ …